Krumme Vita

“Ich komme gerade von einer Konferenz an der TU zum Thema “Frauen in der digitalen Zukunft: Stereotype unterbrechen.“  Sehr spannend, denn ich arbeite selbst in der IT Branche und bin happy dort. Das war allerdings zu Beginn meines Weges nicht absehbar. Denn ich habe eine recht krumme – nicht akademische – berufliche Vita und bin nicht auf dem klassischen Weg zu diesem Job gekommen. Tatsächlich habe ich Damen-Schneiderin und Schnittdirektrice gelernt! Im Nachhinein weiß ich, dass ich nicht den richtigen Beruf gewählt hatte – frei nach dem Motto: „Dann mache ich erstmal was mit Mode“. Computer fand ich damals eigentlich schon viel spannender, aber während meiner Schulzeit fanden sich im Wahlfach Informatik eher die etwas merkwürdigen Mitschüler zusammen.  Als damaliges Punk-Girl hätte ich dort wohl nie wirklichen Anschluss gefunden. Während meiner Ausbildung habe ich mir dann zum Glück meinen ersten Personal Computer (einen Atari ST) gekauft und habe selber ein kleines Programm zur Erstellung eines einfachen Schnittmusters entwickelt, weil mir das manuelle Zeichnen von Schnitten langweilig wurde. Eine CAD/CAM Software Firma aus der Textilbranche hat mich dann von Hamburg nach München gelockt und seitdem habe ich mich Schritt für Schritt in der IT-Branche weiterentwickelt: den Internetboom bei einem der ersten Online-Anbieter mit gemacht, sehr interessante Tätigkeit im Umfeld SAP und der Dokumentenarchivierung, im Ausland gewesen, viele Leute kennengelernt und ein berufliches Netzwerk aufgebaut. Aktuell arbeite ich in der zentralen IT Abteilung bei Siemens und befasse mich, unter anderem, mit den aktuellen Digitalisierungstrends wie Chatbot, AI & Machine Learning oder Blockchain. Die IT fasziniert mich immer wieder.

Auf der heutigen Konferenz ist mir aufgefallen, dass die Idee von endlich – mehr – weiblichen Arbeits- und Führungskräften in den technischen Berufsfeldern zu häufig mit einem akademischen Werdegang verknüpft wird. Ich denke, Frauen sollten sich allgemein noch mehr für Technik, IT und vor allem die neuen Digitalisierungstrends begeistern. Damit wird sich dann hoffentlich auch der Anteil an quereinsteigenden Frauen mit einer krummen Vita in der IT erhöhen. Mich würde es extrem freuen!”

Am 7.12.2018 fand eine Konferenz zum Thema “Frauen in der digitalen Zukunft: Stereotype unterbrechen.” Diese Konferenz hatte zum Zwecke, Frauen mehr in die MINT-Berufe zu bringen. Und falls ihr es auch erst googeln müsstet: MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Ich bin völlig zufällig an dem Tag in der TU gewesen, weil ich mir eigentlich die wundervolle Ausstellung 200 Frauen ansehen wollte.

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