Fridays for Future

“Ich denke, man könnte schon einiges bewirken: Kerosin höher besteuern, damit die Bahn wieder billiger wird gegenüber einem Flug oder den Nahverkehr ausbauen sind nur einige Punkte. Meiner Meinung nach bräuchten wir mehr Gesetze wie das Verbot von Einwegplastik, um die Leute bei Dingen zu beschränken, die sie wirklich nicht brauchen. Es geht nicht darum, den Leuten das zu nehmen, auf was sie nicht verzichten können – wie warmes Wasser zum Beispiel. Aber man sollte die Dinge einschränken, die man eigentlich nicht wirklich braucht – wie eben zum Beispiel Pappteller.

Ich glaube, dass wir Gesetze brauchen, um etwas zu bewegen, weil die Menschen einfach zu bequem sind – und das ist ihnen ja nicht mal zum Vorwurf zu machen. Aber eine bestimmte Bequemlichkeit können wir uns einfach nicht mehr leisten.”

Im Rahmen der Demonstrationen der Fridays for Future habe ich ihre bewegenden Rede angehört und danach haben wir gemeinsam über die unterschiedlichen Möglichkeiten gesprochen, wirklich etwas zu verändern.

Mit der Erlaubnis der Rednerin darf ich hier auch die Rede wiedergeben. Besten Dank dafür!

Warum wir hier sind.

Wir sind jung und engagiert.
Doch fragt ihr uns, doch fragen wir uns, wie lang soll das noch so gehen?
Wie lang können wir noch weiter jeden gottverdammten Freitag einfach nur hier stehn?
Mit dem Anliegen, was wir haben, was stehen bleiben nicht gewährt, fühlen wir uns trotz der Rolle, die wir hier grad haben, wenig nur geehrt.
Denn wir sind jung, haben Vorbilder wie „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist, es wär‘ nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“
Und so fragen wir uns doch: Was ist es denn, was bleibt?
Klimawandel ist längt real, das haben wir verstanden, bei einem Grad sind wir schon, wir müssen endlich handeln.
Und wir müssen endlich handeln, denn 0,5 das ist jetzt nicht so viel.
Das ist, was wir noch an Erwärmung ertragen, das ist nicht nur ein Ziel.
Das ist eine Grenze, in genau der harten Bedeutung, die das Wort impliziert.
Überschreiten wir die in Grenze, ist es nicht mehr irgendwer, die verliert. Sind es wir, die hier stehen.
Die nicht bitten, aber fordern, die rufen und laut sind, auch bei Kälte noch hier draußen sind. Wir bitten nicht mehr, weil es dafür längst du spät ist.
Dieses „fünf vor zwölf“ das können wir nicht mehr hören und das trifft es auch nicht, denn Klimawandel haben wir jetzt schon und das trifft uns ins Gesicht.
Wir sind schon bei einem Grad!
Das ist kein: „Der Klimawandel fängt in fünf Minuten an, bitte begeben Sie auf Ihre Plätze.“
Das ist ein: Wir sind schon mitten drin und brauchen JETZT Klimaschutzgesetze!
Aber wir sind nicht alleine mit unseren Forderungen an die Politik und wir sind nicht die einzigen, die sagen, wir müssen.
Es gibt da noch ganz andere, die im Gegensatz zu uns auch mal die ein oder andere Politiker*innenhand küssen.
Aber das wollen wir nicht und das ist gut so!
Wir wollen nicht vor Menschen krauchen, das machen wir als junge Generation oft genug.
„Ihr habt nicht die Erfahrung.“, das können wir nicht mehr hören.
Wir wollen jetzt, dass alte Menschen auf diese Meinung schwören.
Denn das mit dem Klimawandel das hat Greta nicht letzten August rausgefunden.
Es ist schon ewig bekannt, dass diese Welt so wird nicht gesunden.
Das ist keine Idee von uns jungen und das auch nicht unser Traum, unser Anspruch an eine Zukunft.
Das ist, was alte Menschen sagen mit Inbrunst.

Aber ihr hört ihnen nicht zu und so müssen WIR zu Mitteln greifen, aus Angst, dass es Menschen gibt, die heute unsere Zukunft verspeisen.
Und das machen wir! Woche für Woche stehen wir hier! Der siebte Freitag nun in Folge.
Und das nur in München, dafür könnte uns ein Bildungsminister ja vielleicht noch lynchen, aber nicht nur hier und nicht nur wir.
Wir sind viele, wir sind überall und wenn wir wirklich schwänzen wöllten, dann fragt euch doch mal:
Warum draußen und mit Schildern?
Ihr sagt doch immer, das chillen können wir gut und wir wissen auch umzugehen mit bewegten Netflix-Bildern.
Wer chillen will, der/die macht das schon, auch ohne FFF, aber das sind grad nicht wir. Denn gechillt wird seit Jahren und wenn jemand sagt, sie könne sich nicht vorstellen, dass Klimaschutz nun auf einmal für alle Schülerinnen was wichtiges sein mag, dann gebe ich nur zurück:
Nicht von sich auf andere schließen, bringt einem manchmal das Lösungsstück.
Nein wir sind hier, weil wir etwas tun wollen, etwas tun müssen!
Es ist nicht unsere Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist, heißt es.
Aber wenn das so, ist, warum liegt es dann an uns, diese Schuld, die wir nicht auf uns geladen haben, auszubaden.
Das sehen wir nicht ein.
Und wir haben Angst.
Nicht vor Verweisen, sondern davor, was drei bis vier Grad auf die wir gerade zusteuern, wirklich bedeuten.
Denn das ist, was die Welt bewegen sollte.
Wie kommen wir runter von dieser Zahl und nicht von irgendeiner vier in Sport?
Und deswegen an die nach wie vor nicht handelnde Politik, heute auch mal wieder ein wenig Kritik.
Wir riskieren keine Verweise, um im Februar draußen stehen zu können und dann zu hören, das könnten wir doch alles noch gar nicht wissen.
Wir wissen genug, um zu verstehen und das ist der Grund, warum wir trotz Strafandrohung gehen.
Und wenn jemand denkt, er*sie können uns schwächen, dann hat diese Person, wohl noch nicht begriffen.
Denn das Problem dieser Erde, sind nicht junge Menschen, die ihren Kunstunterricht ausfallen lassen,
sondern Menschen, die uns an den Pranger stellen, dass wir unsere Zukunft und einen lebenswerten Planeten einfordern, den ihr uns verspielt habt!

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