Dirtpark

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“Ich mag das BMX Fahren so gerne, weil es mega Spaß macht und irre abwechslungsreich ist. Jede Anlage ist anders. Wir haben so ziemlich alles zu Hause, was Rollen hat. Ich fahre sehr gerne Skooter, aber da hat keiner aus meiner Familie mitgemacht und das war langweilig.

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Über zwei Freunde, die Profis sind, bin ich zum BMX Fahren gekommen. Ich mach es noch nicht so lange, aber inzwischen macht meine ganze Familie mit. Wir suchen immer wieder im Internet die verschiedenen Parks und fahren dann alle gemeinsam hin.

Mein Rad haben wir vor einigen Jahren von einer Freundin von meiner Mutter geschenkt bekommen. Es ist  noch aus den 80ern und sah ziemlich fertig aus. Im Sommer war ich dann in Berlin für ein paar Wochen und der Freund meiner Mutter hat es komplett für mich restauriert: abgeschliffen, neue Farbe, neue Radmäntel und so weiter. Jetzt ist es super cool!”

Sunshine Town

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“Ich habe eine tolle Familie, sogar schon eine eigene mit zwei wundervollen Söhne und einen wundervollen Mann, der immer zu mir hält!”

“Ich habe noch nichts davon aber ich habe dafür eine wundervolle Familie und die tollsten Freunde (#SunshineTown) die man sich nur wünschen kann!!
Wir sind Geschwister, bin 6 Jahre jünger als meine Schwester und 10 Jahre jünger als mein Bruder, doch das war noch nie ein Problem. Wir haben gemeinsame Freunde, unsere Truppe nennt sich SunshineTown: egal ob jung oder alt, wir halten immer zusammen und sind für andere da! Bei uns scheint einfach immer die Sonne.”

Suche

Suche

“Über mich gibt es nicht so viel zu sagen. Ich habe den Traum, irgendwann mal den perfekten Mann zu finden und mit ihm das Leben zu genießen. Aber heute hab ich ja schon mal von den Mädels gelernt, dass ich wohl immer von dem “zu perfekten” Mann träume. Anosnsten gibt es nicht viel über mich zu sagen. Außer vielleicht, dass ich eher schüchtern bin und niemals vor vielen Leuten sprechen könnte – geschweige denn, einen Mann ansprechen.”

Da springt die Freundin ein:

“Für mich steht sie für Gerechtigkeit und Loyalität. Wenn man ihr etwas anvertraut, dann ist man sicher, dass sie es für sich behält und dass sie zu ihrem Wort steht. Und sie geht leider immer unter, wenn sie mit Menschen zusammen ist, die zu selbstbewusst sind.”

 

Familie

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„Als ich vor 6 Jahren nach Deutschland gekommen bin, konnte ich kein Wort Deutsch. Dadurch bin erst mal in eine Übergangsklasse gekommen. Da landen alle, die kein Deutsch können und dort wird dir dann erst mal die Sprache beigebracht. Schon nach Weihnachten, also nur ein paar Monate später, konnte ich die ersten kleinen Unterhaltungen führen. Da bin ich wirklich unendlich dankbar dafür. Die Lehrerin war sehr streng, aber das muss eben auch manchmal sein. Sie hat uns auf jeden Fall super Deutsch beigebracht. 
Es gab dann noch ein zweites Jahr, in dem man noch intensiver die Sprache gelernt hat, aber in dem auch noch mehrere Fächer dazu kamen: wie Mathe, Biologie und so weiter. Bei Mathe haben wir teilweise nur die Grundsätze wie Plus und Minus gelernt. Für mich war das alles selbstverständlich, weil ich aus der EU komme und vorher in der Schule war. Aber einige andere, die z.B. aus dem Irak kamen, waren noch nie vorher in der Schule und für die waren diese grundsätzlichen Sachen wirklich nötig. Für die Lehrer war das eine große Herausforderung, da die Niveaus in der Klasse sehr stark variiert haben. Man wird ja nicht getestet, was man sonst noch für Vorkenntnisse hat, sondern nur wie gut du Deutsch kannst. Sobald du kein Deutsch kannst, wirst du in die Übergangsklassen rein geschmissen. 
 
Je nachdem, wie ambitioniert du dann bist, kannst du danach weitermachen. Ich wusste von Anfang an, dass ich studieren möchte. Und jetzt nach 6 Jahren in Deutschland konnte ich vor kurzem endlich anfangen. Das war ein langer Weg, aber ich habe es geschafft. Das finde ich echt super an Deutschland: es gibt so viele Möglichkeiten, dahin zu kommen, wo du hinwillst. Am besten hat man dafür Unterstützung von zu Hause oder eben von Partnern, wie „Dein München“. Es gibt hier eigentlich wirklich viel Unterstützung und man kann sich immer an jemanden wenden. 
 
Ich selber hatte großes Glück: meine Mutter hat mich immer bei allem unterstützt. Wir sind hier gemeinsam her gekommen und wir sind fast wie Geschwister. Wir sind immer zu zweit: zwei Frauen, die sich alleine durch das Ganze kämpfen. Es gab sicher viele Herausforderungen wie Sprache, Arbeit, Papierkram, aber wir haben immer zusammengehalten. In dem Sinne hatten wir auch Glück: wir hatten nie den Status von Flüchtlingen. Wir kommen aus Bulgarien und so konnte wir sofort arbeiten und lernen.
 
Meiner Mutter verdanke ich wirklich viel. Natürlich hatten wir auch mal Zeiten, wo ich unabhängiger werde wollte und das war für uns beide nicht einfach. Aber meine Mutter hat mich nie zurückgehalten. Sie hat nie gesagt, dass sie das jetzt nicht ohne mich machen kann. Sie ist eine super Mutter. Sie unterstützt mich auch, wenn es für sie nicht das beste ist. Sie sagt  immer: „Ja, mach das!“ – auch wenn sie sich danach selber nicht so gut fühlt.
 
Ich denke schon, dass ich ehrgeizig bin. Sicher nicht übermäßig, aber ich möchte doch irgendwann mal eine Führungsposition erreichen. Bis dahin ist sicher noch ein langer Weg. Aber vor 6 Jahren konnte ich noch kein Wort Deutsch und jetzt studiere ich. Ich freue mich sehr, dass ich das geschafft habe. Aber alleine hätte ich das nicht schaffen können. Meine Mutter war immer für mich da. Sie hat mich immer bei allem unterstützt, was ich tun wollte. Und das ist so mega wichtig. Mir tun die Leute wirklich leid, die das nicht haben. Denn die wissen gar nicht, was es bedeutet, so was zu haben und können das auch nicht schätzen. Ich denke man braucht das ganz dringend, damit man sich weiterentwickeln kann.
 
Zu “No Limits” bin ich gekommen, weil noch ein paar Plätze frei waren und unsere Lehrerin uns das angeboten hat. Ich hatte mitbekommen, dass einige aus den Übergangsklassen mitgemacht haben, die noch kein Deutsch konnten und dass darunter auch einige aus Bulgarien kamen. So konnte ich nicht nur teilnehmen, sondern auch ein bisschen mit der Sprache helfen.  
 
“No Limits” ist einfach eine großartige Familie. Wenn man da mal teilgenommen hat, dann kann man immer in dieser „Dein München“-Familie bleiben – wenn man will. Wir helfen uns noch immer gegenseitig – und irgendwas ist ja immer. Wir haben auch eine WhatsApp Gruppe von allen ehemaligen Teilnehmern und Trainern. Darüber erfahren wir immer die aktuellsten Infos und wo man mithelfen kann. Man wird natürlich nicht gezwungen zu unterstützen, aber ich mache das wirklich gerne. Ich will da immer nah dran bleiben. 
 
Im letzten Jahr war ich auch Assistentin von einer der Gruppenleitungen bei No Limits. Darüber habe ich viele Kinder kennengelernt. Ich war da oft schockiert, wie wenig Unterstützung einige bekommen. Ein Mädchen fällt mir da ein: immer wenn es darum ging, die Mutter mal was zu fragen oder der Mutter etwas zu erzählen, dann ging das gar nicht. Man hat richtig gemerkt, die wollen gar nichts über ihre Tochter wissen oder die haben gar keine richtige Beziehung zu den Kindern. Das hat mich wirklich immer sehr traurig gemacht. Eigentlich ist es sehr schade, dass man erst zu schätzen lernt, was man alles hat, wenn man es verloren hat oder bei anderen sieht, dass es nicht selbstverständlich ist. 
 
Bei mir war es auch so: Als meine Mutter vor kurzem das erste Mal einen Monat weg war, habe ich noch mal mehr schätzen gelernt, was sie alles für mich macht. Ich helfe natürlich immer mit und einige Bereiche wie Bürokratie und Papierkram übernehme ich auch schon komplett, weil mir das sehr liegt. Aber Waschen, Putzen, einkaufen auf einmal alles alleine zu machen – da habe ich auf einmal alles wie ein Erwachsener ganz alleine gemacht. Das war hart. Wir waren so glücklich uns wieder zu haben und waren doch andere Leute danach. Wir haben danach sicher noch mehr geschätzt, was wir aneinander haben und haben gelernt, was uns fehlt, wenn der andere weg ist. 
 
Ich freue mich, dass ich bei “No Limits” noch weiterhelfen kann. Es gibt mir wirklich viel, wenn ich sehe, wie die Kinder sich verändern. Eines der Mädels war zum Beispiel am Anfang wirklich nur dabei, weil ihre Freundinnen mitgemacht haben. Wenn man sie am Anfang angesehen hat, dann hatte man den Eindruck, sie hatte überhaupt keinen Bock – nicht mal aufs Leben. Sie war immer so typisch Teenager mäßig drauf und hatte auf alles Null Bock. Bei ihr konnte man im Laufe des Projektes aber richtig sehen, wie sie sich verändert: jetzt ist sie auf einmal sehr nett und höflich. Und das ist so schön, zu sehen, wie sie sich verändern, sich weiterentwickeln. Und dann noch zu wissen, dass man dabei helfen konnte, ist ein tolles Gefühl. Das ist sozusagen die „Bezahlung“ und das freut mich einfach sehr. 
 
Ich komme zwar aus Bulgarien, aber hier in Deutschland fühle ich mich zu Hause. Manche Leute können das nicht verstehen, aber ich glaube ja fast, dass ich früher mal Deutsche war. Ich mag hier einfach alles. Es gibt Regeln – wenn es auch manchmal lein paar zu viel sind. Aber auf darauf kann man sich verlassen. Bulgarien ist wundervoll und die Natur ist wirklich teilweise atemberaubend schön. Aber man kann sich auf nichts verlassen: z.B. wann der Bus kommt, weiss man nie, weil er sich nie an den Busplan hält. Und die Leute verdienen viel zu wenig dort, aber alles kostet genau so viel wie hier. Eine Angestellte in einem Bücherladen verdient 300 EUR im Monat. Davon kann man nicht leben. Es gibt viele Reiche, die sehr gut leben können. Aber es gibt keine Mittelschicht und den Armen geht es sehr schlecht. Daher kommen ja so viele Leute hierher, weil man hier für die gleiche Arbeit viel mehr verdienen kann. Deshalb wollte meine Mutter ja auch, dass wir hierher kommen: sie wollte, dass ich mal mehr Chancen habe.
 
Ich fühle mich wirklich glücklich hier.“
 
Vielen Dank für das Interview und dass Du Dir Zeit genommen hast. R. war eine der ersten Teilnehmerinnen im Programm „No Limits“ von Dein München. Dem Verein, der Kindern durch Bildung, Sport und Kultur zeigt, welche Chancen sie wirklich im Leben haben – unabhängig davon, woher sie kommen, wie sie leben und wie ihr bisheriger Werdegang war. 

Iran

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“Ich sammle hier Spenden für einen Verein, der sich für Menschen im Iran einsetzt. Ich war im Iran auch schon politisch aktiv und saß deshalb auch 10 Jahre im Gefängnis. Viele Menschen sitzen im Iran noch immer im Gefängis und wir setzen uns dafür ein, sie zu befreien. Im Iran gibt es noch immer die Todesstrafe und alleine letztes Jahr wurden über 500 Leute hingerichtet. Einige davon wurden öffentlich exekutiert.

Ich lebe hier seit 2 Jahren und mir wurde polititsches Asyl gewährt. Ich kann nie wieder zurück. Hier lebe ich von Sozialhilfe, weil ich nicht arbeiten darf. Daher arbeite ich ehrenamtlich und setze mich dafür ein, dass die Situation im Iran besser wird.

Deutsch zu lernen ist sehr schwer. Da ich früher Lehrer war, fällt es mir ein bisschen leichter, aber Persisch ist so viel einfacher: bei uns gibt es z.B. keine Artikel, die man auswendig lernen muss!

Ein Foto kannst du nicht so machen, dass man mich erkennt. Ich habe Angst um meine Familie. ”

Der Herr hat mich um eine Spende gebeten, die der “Verein für Menschen und Freiheit e.V.” unter anderem für  Öffentlichkeitsarbeit und juristische Hilfe benötigt. Ich fand es sehr beeindruckend jemanden kennenzulernen, der die Situation selber erlebt hat. Schade, dass wir uns wegen der Sprache nicht noch mehr unterhalten konnte.

Dankbar

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“Ich bin ziemlich stolz darauf, was wir im letzten Jahr geschafft haben. Ich selber habe nicht gegründet, weil ich unbedingt etwas gründen wollte, sondern weil die Idee von RECUP einfach so gut war und alles so gut gelaufen ist. Es ist halt einfach so passiert und ich möchte das unbedingt weitertreiben: es noch größer und noch erfolgreicher machen. Mit einem simplen, aber super sinnvollen Produkt haben wir tolle, hoch motivierte Leute zusammengebracht. Es macht so viel Spaß und ich bin wirklich stolz darauf.

Ich vesuche dabei, immer dankbar zu bleiben. Dazu nehme ich mich immer mal wieder aus den Situationen raus und betrachte sie von außen. Ich versuche mir bewusst zu werden, was da gerade passiert. Erst vor kurzem war das auf einem Team-Event so: das ganze Team hat gefeiert und getanzt und ich saß irgendwann mal kurz ein wenig abseits. Es war ein großartiger Moment, einfach allen zu zu sehen, wie sie Spaß haben. In dem Moment war ich einfach dankbar. Dankbar, dass ich so viele tolle Momente erleben darf.

Ich glaube daran, dass das irgendwie von oben gesteuert wird. Was immer das auch ist, ob es Kräfte oder Energien sind. Aber irgendetwas gibt es.

Mir hat mal jemand gesagt, dass es vielleicht mein Vater ist, der da seine Finger im Spiel hat oder seine Energien fließen lässt. Ich hab sehr viel von ihm: nicht nur seine Körpergröße, sondern auch viele Wesenszüge. Er hat seinen Job gemacht, um für die Familie zu sorgen, aber war immer sozial engangiert. So lang ich denken kann, war er im Elternbeirat und solche Sachen. Meinen Vater war immer mein Vorbild – eigentlich sogar mein einziges.”

Weitergeben

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“Ich habe schon mein ganzes Leben für die Rechte der Frauen gekämpft. Ich bin schon immer Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin. Als Geschichtslehrerin weiss ich, wie kostbar der Frieden ist. In den 70er Jahren hab ich meinen Schülern immer erzählt, dass kein Krieg mehr kommt. Um so mehr schmerzt mich zu sehen, was zur heutigen Zeit wieder um uns herum passiert.
 
Ich bin selber Kriegskind. Meine Eltern haben den Krieg voll miterlebt und wir haben viele Verwandte verloren. Ich bin deswegen ohne Großeltern aufgewachsen und es war immer präsent, dass viele liebe Menschen nicht mehr bei uns sind. Meine Eltern waren nicht politisch aktiv, aber sie haben sehr politisch gedacht. Meinem Vater war unsere Bildung sehr wichtig. Es war ihm immer wichtig, dass wir zur Schule und auch auf die höhere Schule gehen – durchaus keine Selbstverständlichkeit in diesen Jahren! Er hat immer gesagt, dass uns die Bildung keiner mehr nehmen kann. Vielleicht eine schon zu oft zitierte Weisheit, aber sie hat ja doch ihre Wahrheit. Er hat auch immer gesagt: “Lest Zeitung! Informiert euch, was um euch rum und in der Welt passiert!” Ich bin ihm heute noch immer sehr dankbar dafür, dass er uns so erzogen hat. Und ja, ich hab ihm das auch zu Lebzeiten schon gesagt, dass ich ihm dafür dankbar bin, auch wenn wir viel und ausgiebig gestritten haben. Wir waren eindeutig anderer politischer Couleur und ich bin ihm eindeutig zu radikal geworden in den 60er Jahren. Das hat ihm viel Kopfzerbrechen bereitet.
 
Um so mehr schmerzt es mich, dass ich dieses politische Denken nicht an meine Kinder weitergeben konnte. Ich habe meine Kinder viel auf Demos und auf Bazare mitgeschleppt – schon von ganz klein auf. Und jetzt sagen sie, dass sie an diese Zeit nicht nur gute Erinnerung haben. Vielleicht ist das auch nicht immer der richtige Weg. Aber ich bin meinen Kindern – vor allem meinem Sohn – eindeutig zu links.
 
Interessanterweise ändert sich das allerdings gerade bei meiner Tochter. Sie wohnt in Barcelona und wohnt auch nicht weit entfernt vom Parlament. Auf einmal hat sie Angst. Angst wie es weitergeht und um ihre Kinder. Jetzt auf einmal wird sie politisch und ruft an und erzählt mir davon.”
 
Das ist das erste Porträt, auf dem die Person nicht erkannt werden wollte und diesem Wunsch gehe ich natürlich auch gerne nach. Danke um so mehr, dass ich diese wundervolle Geschichte aufschreiben durfte!
 
 

 

Happy Birthday

Happy Birthday

“Wir haben gerade ganz frisch ein Haus gekauft, das noch von 1934 ist. Die Nachbarn hatten wohl die Sorge, dass da jetzt ein großes, mehrstöckiges Haus hinkommt. Aber wir haben uns entschieden, es komplett zu erhalten und es britisch- skandinavisch herzurichten. Es ist ein Kaffeemühlenhaus und hat damit einen quadratischen Grundriss und erinnert an eine Kaffeemühle. Es ist zwar viel Arbeit und sicher auch eine finanzielle Frage, aber ich freue mich sehr darauf. Es ist eine schöne, kreative Arbeit.

Und ich vertrete hier eine schöne dänisch Kindermodenmarke namens Pompdelux.  Das ist wirklich schön, denn so finde ich auch Anschluss an viele Familien. Wir sind nämlich erst vor einem Jahr hierher gezogen.

Ich hab heute Geburtstag und wir kommen gerade vom Brunchen – dem neuen Essen gehen, wenn man Kinder hat. Das Foto ist gut geworden – mit Falten und allem. Freundinnen von mir machen immer Filter drauf, damit man die Falten nicht mehr sieht. Das finde ich sehr schade, denn dann geht der Charakter auf dem Bild total verloren. Ich steh dazu. Mir gefällt das. ”

Noch mal alles Liebe zum Geburtstag, liebe Victoria!!

 

Harter Tag

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“Eigentlich haben wir einen echt harten Tag heute, deshalb behalte ich lieber die Brille mal an. Ich bin noch ganz schön verkatert, weil wir gestern einen Geburtstag gefeiert haben und ziemlich lange aufgeblieben sind. Aufräumen mussten wir auch alleine, weil mein Mann gleich in der Früh abgehauen ist, weil heute der Todestag seiner Mutter ist. Und du hattest heute auch einen recht harten Tag.”

“Heute morgen hatten wir ein Fussballspiel und haben 10:0 verloren. Das ist echt hart. Erst hab ich ein bisschen geheult, aber dann ging es wieder. Wir haben aber auch neue Trainer und die konnten uns während des Spiels echt nicht leiten, wie die alten Trainer. Die kennen ja noch nicht mal unsere Namen. Wahrscheinlich war der Schiedsrichter schuld (lacht).”

“Deshalb gehen wir jetzt erst mal neue Fussballschuhe holen. Wahrscheinlich waren es die Schuhe.” (beide fangen zu lachen an)

Happy Baby

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“Ich bin gerade rundum glücklich und würde mir eigentlich nur wünschen, dass es noch viel mehr Menschen so geht. Dieser Kleine hier ist gerade 3 Monate und wir tigern hier um den Block, während die Mama beim Seminar ist. Eigentlich sollte er langsam aufwachen und wenn er dann Hunger hat, dann muss es schnell gehen.

Ich genieße die Zeit wirklich sehr. Gleich am Anfang hab ich 2 Monate Elternzeit genommen und ich werde bald zwischen zwei Jobs noch mal einen Monat frei nehmen. Ich bin so froh, dass ich das so alles erleben darf und so nah dabei sein kann. In anderen Generationen war das ja echt nicht selbstverständlich. Und auch jetzt gibt’s einige Papas, die ich nicht verstehe. Zum Beispiel ergibt sich bald eine Gelegenheit, mit den Kleinen ein Babyschwimmen zu machen und eine Bekannte meinte, ihr Mann hätte da einfach keine Lust drauf. Ich würde echt viel geben, um mit dem Kleinen durchs Wasser zu springen. Mensch, jetzt haben wir doch endlich die Chance, das müssen wir doch genießen. Weshalb bekommt man denn sonst Kinder?

Bald ziehen wir von München weg. Das ist zwar schade, aber irgendwie fügt sich gerade alles echt perfekt ein: neuer Job, wir ziehen in die Nähe der Großeltern, Eigenheim und alles was dazu ghöert. Es öffnen sich viel mehr Türen als sich schließen. Ich bin einfach echt glücklich.”

Stark

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“Ich hab eigentlich immer alles alleine gemacht. Ich hatte nie jemanden, der mich unterstützen konnte. Dadurch mach ich aber auch echt alles – sogar die Homepage hab ich alleine gemacht. Das prägt schon ganz schön. Man spürt das wohl auch daran, dass ich so bestimmte Leute aus der Muttersöhnchen-Fraktion echt nicht abhaben kann. Und ich finde es echt schwer zu ertragen, wenn jemand die Wertikgeit von Dingen nicht wertschätzt. Da werde ich zur Furie.

Aber gerade weil ich immer alles alleine mache, weil ich immer auf mich gestellt war,  bin ich auch echt ein bisschen stolz darauf, was ich mir damit alles aufgebaut habe. Den Laden habe ich jetzt seit 4 Jahren – wir hatten gerade Jubiläum – und ich weiss: das hab ich mir alles alleine aufgebaut.”

Der Laden ist übrigens ein Friseurladen am Röcklplatz und diese Dame hat endlich mal Ahnung, wie man dem Kunden nett und doch bestimmt sagt, was ihnen steht oder nicht. Checkt einfach mal die Website oder die Facebook-Seite

New York

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“Wir sind gerade hier auf Heimaturlaub. Ich bin zwar hier in München geboren und aufgewachsen, aber seit 18 Jahren lebe ich in New York. Ich betreibe dort eine Website für deutsche Familien in New York und Umgebung: CityKinder. Auf der Seite findet eigentlich jeder die Informationen, die man so braucht, wenn man nach New York zieht bzw. dort Fuss fassen möchte. Aber es geht nicht nur um Informationen, sondern auch um die Community außen rum: wir feiern die deutschen Feiertage gemeinsam und haben auch sonst viele Veranstaltungen und Informations-Workshops, wo sich jeder austauschen kann und andere Leute in einer ähnlichen Situation treffen kann. Die Ausflugs-Informationen in New York sind genauso auch für Leute interessant, die einfach nur nach New York zu Besuch kommen.

Was mich an New York so fasziniert ist die kulturelle Mischung und dass du in New York immer jemand findest, der sich auch für das interessiert, was du spannend findest. Und sei es der durchgeknallteste Fetisch: in New York findest du sicher noch jemanden mit dem gleichen Splean. Das ist in der Hinsicht spannend, das man sich in New York eigentlich selber finden kann.

Die Downside von New York ist natürlich, dass es wirklich, wirklich, wirklich teuer ist und sich daher auch alles ums Geld dreht. Daher vermiete ich z.B. oft auch über airbnb. Was Geld in die Kasse spült – vor allem weil wir gleich ein paar Schritte vom Central Park und in der Nähe des American Museum of Natural History wohnen.

Was ich in New York vermiss sind die Brezen und die Familie. Aber zurückkommen? Das kann ich mir zumindest in den nächsten 10 Jahren überhaupt nicht vorstellen. Dazu habe ich mir gerade mit CityKinder einfach zu viel aufgebaut und wir sind zu verwurzelt dort. Wir sind sehr glücklich dort.

Ich glaube, dass ich auch nicht mehr in einen normalen Job zurückgehen könnte. Einerseits sicher weil ich gerne mehr als 2 Wochen Urlaub im Jahr hätte und vor allem, weil ich mir die Zeit gerne einteilen möchte, damit ich für meine Tochter da sein kann. Und andererseits macht mir das auch so viel Spaß: jeden Tag ist was Neues, es wird nie langweilig und ich kann Menschen verbinden. Das ist einfach mein Traum! Wenn ich mir noch was wünschen müsste, dann wäre das natürlich, dass CityKinder weiter wächst und ich weiterhin für meine Tochter da sein kann.”

 

Russland

Russland.jpg “Ich bin Russland aufgewachsen. Mit 14 Jahren bin ich nach Deutschland gekommen ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Meine Mama hat zwar mit mir Deutsch gesprochen, aber ich hab nur auf Russisch mit ihnen gesprochen. Und jetzt bin ich Dolmetscherin für Russisch, Englisch und Deutsch, aber gerade in Elternzeit.

Ein bisschen bin ich zwischen hier und Russland schon hin und her gerissen. Auf der einen Seite ist hier meinen Mama, mein Mann und mein Kind. Aber auf der anderen Seite ist mein Vater und meinen zwei kleineren Geschwister in Russland. Daher sind wir auch immer wieder drüben. Ich hoffe, dass es jetzt auch bald wieder so weit ist, dass wir rüber fahren zu Besuch – wahrscheinlich Weihnachten.”

Seit der Grundschule

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Woher kennt ihr euch?
“Wir kennen uns schon seit der Grundschule. Inzwischen arbeiten wir in der gleichen Firma und wohnen auch zufällig auch noch sehr nah beieinander.

Was ist bedeutet euch Freundschaft?
“Alles!”

Was ist euch gerade sehr wichtig?
“Unsere Kinder. Dass sie ihre Schule gut machen und ihren Abschluss machen. Das ist so wichtig, denn nur so kann was aus ihnen werden. Nur so können sie Erfolg haben.”

 

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“Mein Traum? Neben schlafen und endlich mal wieder alleine in Ruhe zu duschen, würde ich mir wünschen, die Gelassenheit, die ich nach außen ganz gut zeigen kann, auch in mir selber genauso zu spüren und mit nach Hause zu nehmen können. Meine Kids sind großartig und auch ganz oft, easy zu handlen. Aber manchmal geht’s eben auch drunter und drüber und da würde ich mir wünschen, mehr Gelassenheit zu spüren. Nach außen funktioniert das ganz gut, weil ich weiss, man wird ständig beobachtet – da kann ich mich gut zusammenreißen. Aber dies Gelassenheit mal wirklich komplett zu spüren, das fände ich toll.”

Wir haben uns am Viktualienmarkt getroffen, als sie gerade ihre beiden entzückenden Kinder an einem Brunnen spielen hat lassen. Sie ist echte Münchnerin und liebt den Viktualienmarkt und den Wiener Platz.