Surf the wave

Wave

“Ich habe vor einiger Zeit angefangen, auf dem Eisbach zu surfen. Und ich muss sagen, dass war das Beste, was mir je passiert ist. Ich bin schon vorher im Meer gesurft, aber das ist einfach noch was anderes. Ich hatte immer sehr Respekt davor und hab mich auch lange geziert – man hat einfach zu viele Geschichten gehört und die Locals waren früher echt nicht nett zu Neulingen. Das hat sich aber echt geändert und ein Kumpel hat mich so lange genervt, dass ich es dann doch angefangen habe. Und die meisten Leute an der Welle sind auch echt nett. Vermutlich hat mir der Frauen-Bonus aber auch geholfen, denn die Leute haben ich echt nett in die Community aufgenommen.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte? Mei, das ist echt schwer, weil gerade alles so gut läuft und ich eigentlich rundum glücklich bin. Mir gehts echt mega gut. Aber wenn ich mir was wünschen müsste, dann wohl ein Haus am Pazifik, in Kalifornien.”

Happy Baby

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“Ich bin gerade rundum glücklich und würde mir eigentlich nur wünschen, dass es noch viel mehr Menschen so geht. Dieser Kleine hier ist gerade 3 Monate und wir tigern hier um den Block, während die Mama beim Seminar ist. Eigentlich sollte er langsam aufwachen und wenn er dann Hunger hat, dann muss es schnell gehen.

Ich genieße die Zeit wirklich sehr. Gleich am Anfang hab ich 2 Monate Elternzeit genommen und ich werde bald zwischen zwei Jobs noch mal einen Monat frei nehmen. Ich bin so froh, dass ich das so alles erleben darf und so nah dabei sein kann. In anderen Generationen war das ja echt nicht selbstverständlich. Und auch jetzt gibt’s einige Papas, die ich nicht verstehe. Zum Beispiel ergibt sich bald eine Gelegenheit, mit den Kleinen ein Babyschwimmen zu machen und eine Bekannte meinte, ihr Mann hätte da einfach keine Lust drauf. Ich würde echt viel geben, um mit dem Kleinen durchs Wasser zu springen. Mensch, jetzt haben wir doch endlich die Chance, das müssen wir doch genießen. Weshalb bekommt man denn sonst Kinder?

Bald ziehen wir von München weg. Das ist zwar schade, aber irgendwie fügt sich gerade alles echt perfekt ein: neuer Job, wir ziehen in die Nähe der Großeltern, Eigenheim und alles was dazu ghöert. Es öffnen sich viel mehr Türen als sich schließen. Ich bin einfach echt glücklich.”

New York

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“Wir sind gerade hier auf Heimaturlaub. Ich bin zwar hier in München geboren und aufgewachsen, aber seit 18 Jahren lebe ich in New York. Ich betreibe dort eine Website für deutsche Familien in New York und Umgebung: CityKinder. Auf der Seite findet eigentlich jeder die Informationen, die man so braucht, wenn man nach New York zieht bzw. dort Fuss fassen möchte. Aber es geht nicht nur um Informationen, sondern auch um die Community außen rum: wir feiern die deutschen Feiertage gemeinsam und haben auch sonst viele Veranstaltungen und Informations-Workshops, wo sich jeder austauschen kann und andere Leute in einer ähnlichen Situation treffen kann. Die Ausflugs-Informationen in New York sind genauso auch für Leute interessant, die einfach nur nach New York zu Besuch kommen.

Was mich an New York so fasziniert ist die kulturelle Mischung und dass du in New York immer jemand findest, der sich auch für das interessiert, was du spannend findest. Und sei es der durchgeknallteste Fetisch: in New York findest du sicher noch jemanden mit dem gleichen Splean. Das ist in der Hinsicht spannend, das man sich in New York eigentlich selber finden kann.

Die Downside von New York ist natürlich, dass es wirklich, wirklich, wirklich teuer ist und sich daher auch alles ums Geld dreht. Daher vermiete ich z.B. oft auch über airbnb. Was Geld in die Kasse spült – vor allem weil wir gleich ein paar Schritte vom Central Park und in der Nähe des American Museum of Natural History wohnen.

Was ich in New York vermiss sind die Brezen und die Familie. Aber zurückkommen? Das kann ich mir zumindest in den nächsten 10 Jahren überhaupt nicht vorstellen. Dazu habe ich mir gerade mit CityKinder einfach zu viel aufgebaut und wir sind zu verwurzelt dort. Wir sind sehr glücklich dort.

Ich glaube, dass ich auch nicht mehr in einen normalen Job zurückgehen könnte. Einerseits sicher weil ich gerne mehr als 2 Wochen Urlaub im Jahr hätte und vor allem, weil ich mir die Zeit gerne einteilen möchte, damit ich für meine Tochter da sein kann. Und andererseits macht mir das auch so viel Spaß: jeden Tag ist was Neues, es wird nie langweilig und ich kann Menschen verbinden. Das ist einfach mein Traum! Wenn ich mir noch was wünschen müsste, dann wäre das natürlich, dass CityKinder weiter wächst und ich weiterhin für meine Tochter da sein kann.”

 

Vorstadt-Hochzeit anno 1905

Vorstadthochzeit

“Wir sind alle heute hier von der Vorstadt-Hochzeit anno 1905. Die Idee dahinter ist schon ganz alt: 1908 haben Künstler zum ersten Mal eine Hochzeit aus dieser Zeit nachgestellt und diese dabei parodiert. Das war wohl die erste Bad Taste Party. Daraus ist dann eine 100 jährige Tradition entstanden und heute ist so ungefähr die ganze Münchner Künstlervereinigung da. Ich bin übrigens erst seit einer Woche Vorstand, weil die Alten sich zur Ruhe setzen wollten. Bis jetzt hat sich nicht groß was verändert, aber eigentlich könnten mich jetzt alle “Majestät” nennen, fällt mir auf (lacht).”
 
Auf die Gruppe wurde ich eigentlich durch die zwei wundervollen Brautjungfern aufmerksam. Zwar sind sie keine waschechten Münchnerinnen – sondern kommen aus Berlin und Rio – aber selbst ich musste mich diesmal auf die Zehenspitzen stellen, um sie zu fotografieren 🙂
 
Für mehr Informationen hier eine ganz tolle Beschreibung der Historie: http://www.vorstadthochzeit.de/historie – und natürlich auch die Infos, wie man nächstes Jahr auch dabei sein kann.
 
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Eisbach

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“Ich erinnere mich noch gut an den Tag, als ich das erste Mal an der Welle am Eisbach stand. Ich war 14 oder 15 Jahre und habe also schon einige Zeit auf kleineren Wellen geübt – wie zum Beispiel der weiter unten am Eisbach. Aber die große Eisbach-Welle ist noch mal was ganz anderes. Ich stand wirklich fast eine Stunde da und hab mir immer wieder gedacht: “Uffz, ist die groß!” Tja, und jetzt trainiere ich fast jeden Tag hier.

Was mich vor allem in der Wettkampfsituation trägt, ist mein Umfeld. An dem Tag der Europameisterschaft war ich eigentlich ganz guter Dinge, dass ich gute Chancen hätte. Aber als ich dann noch in den schwereren Heat gekommen bin, sind auf einmal doch Zweifel hochgekommen. Aber meine ganzen Freunde und Familie standen da hinter mir und haben mir viel Zuspruch gegeben. Sie haben mir immer wieder gesagt, dass ich das schaffe. Ohne sie wäre ich wahrscheinlich verzweifelt, aber mit ihnen hab ich dann tatsächlich den Titel geholt!”

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Janina Zeitler hat vor einem Jahr den Titel zur Europameisterin im Wellensurfen auf der  künstlichen Welle geholt. Wir gratulieren ihr noch einmal ganz herzlich!

Sie hat mir noch viel mehr über sich und über die Wettkampfsituation erzählt. Wer noch mehr über sie erfahren möchte, kann sich das ganze Statement von ihr auf MunichMag ansehen:

 

Werte

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“Lange habe ich einfach gearbeitet – bin mit dem Flow mit – und habe immer mehr und mehr gearbeitet. Zum Schluss waren es locker 70 bis 80 Stunden und im Nachhinein kann man sagen, dass das meine erste Ehe gekostet hat. Ich hatte auch schon einen Burnout, aber dann kam das Konzept  Augenhöhe. Meine Ehe konnte ich nicht mehr retten, aber mein Leben konnte ich ändern.

Immer mehr Menschen sind in der Arbeit von Angst, Stress und Druck geprägt: Umstrukturierungen, Budgetplanungen, politische Spielchen. Aber unter Angst handelt niemand gut. Auch die Firmen sind im Stress und unter Stress trifft man keine richtigen Entscheidungen. Man sollte sich dann rausnehmen und von außen betrachten, und dann wieder in Ruhe handeln. Ich selber habe das sehr hart und durch viel Erfahrungen lernen müssen.

Wenn man in eine Situation kommt, dann hat man immer mehrere Optionen zu reagieren: man kann zurück hauen, resignieren oder anpacken und etwas verändern. Ich suche in meinem Unternehmen die Menschen, die etwas verändern wollen und mit ihnen arbeite ich daran, neue Wege voranzutreiben. Dabei geht es um das Miteinander, um die Werte, die wir prägen wollen.

Es geht darum, den Paradigmawechsel zuzulassen. Wenn mich jemand inzwischen anbrüllt oder angreift, haue ich nicht mehr einfach zurück, sondern sehe mir erst mal an, was da gerade passiert. Warum macht er das? Was sind seine Beweggründe? Und dann gehe ich darauf ein. Ich denke, dass ist im Unternehmen, im Privaten aber auch in der Politik gerade total wichtig.

Und so geht es mir auch mit Siemens. Ich arbeite seit 14 Jahren bei Siemens, und wenn man meine Geschichte hört, könnte man sich fragen, warum ich das noch immer tue. Ich passe eigentlich nirgendwo richtig rein. Das ist in meinem Leben eigentlich schon immer so. ⁠⁠⁠Ich gelte als aufmüpfig, weil ich Themen anspreche. Daher liegt mir auch das Thema Diversity & Inclusion, also Vielfalt und Einbeziehung so am Herzen. Und warum “Frauenthemen” und “Schwulenthemen” so zerklüftet voneinander betrachtet werden, habe ich auch nie verstanden. Ich ecke also an, weil ich einfach Dinge anspreche. Aber ich finde es sollte nicht um die einzelnen Themen gehen, sondern um die Werte, die ALLE einbeziehen. Oder wie wollen wir sonst jemals lernen miteinander umzugehen?

In diesem Zusammenhang betreue ich mit meinem Bald-Mann zum Beispiel auch ehrenamtlich einen schwulen Senioren. Warum? Weil ich mir wünsche, an meinem Lebensende nicht jemand anderen dafür “kaufen” zu müssen, mir zu helfen. Sondern ich wünsche mir, das wir aufeinander acht geben. Und wenn ich mir das für mich wünsche, dann kann ich das auch jetzt schon jemand anderem geben.

Früher habe ich die Politik gehasst im Unternehmen. Inzwischen weiss ich zumindest mal, wie ich das ein oder andere Thema nach vorne bringe. Auch wenn damit verbunden ist, keine Karriere zu machen. Denn gute Politik für beruht aus meiner Sicht auf Transparenz und dem Schaffen von Mehrheiten. Die eigene Position sollte dabei nicht unbedingt immer im Vordergrund stehen. Manchmal ist es jedoch notwendig, mit gutem Beispiel voranzugehen. Ich bin zum Beispiel bei Siemens für das Thema Intranet zuständig bzw. für unser internes Social Media. Hier setze ich einfach ganz klare Akzente, indem ich zum Beispiel in offenen Briefen klar Lücken zwischen dem was die Leute sagen oder verkaufen und dem was sie wirklich tun aufzeige. Das gefällt vielen Leuten nicht und ich trete schon einigen Leuten auf die Füße. Aber damit kann ich leben. Ich komm aus der IT, bin schwul – ich hab noch nie in ein System gepasst und vielleicht ist das genau das, was mich antreibt: ich pass ja so oder so nicht rein dann kann ich auch so weiter machen.

Mir ist wichtig, dass die Unternehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Sie müssen vorleben, wie wir ein Miteinander schaffen, bei dem wir uns gegenseitig respektieren und ohne andere zu dominieren.. Das könnte einen positiven Effekt haben, der auf unsere Gesellschaft ausstrahlt und wirklich was verändern. Deshalb kämpfe ich in meinem Unternehmen so sehr dafür, einen echten Paradigmenwechsel zuzulassen. Ein Beispiel: Siemens sponsort seit 2 Jahren in Berlin auf dem Christopher Street Day einen Wagen. In unserem Intranet hat sich ein Mitarbeiter sehr verärgert darüber geäußert, warum das Unternehmen in Zeiten des Sparens für so etwas Geld ausgibt. Darauf ging ein entsetzlicher Shitstorm über diesen Herrn los. Vor allem die Gay-Community hat mit harten Worten dagegen geschlagen. Ich habe mich als erstes Mal hingesetzt und überlegt, warum er das geschrieben hat. Im nächsten Schritt habe ich mich erst mal für seinen Einwand bedankt. Ich fand es wirklich toll, dass er den Mut hatte, sich so zu äußern. Und dann hab ich aufgezeigt, dass ich wirklich wichtig finde, dass ein so großes Unternehmen wie Siemens sich für diese Themen wie Diversity einsetzen muss – um in der Gesellschaft aufzuzeigen, für welche Werte die Firma steht und ein Vorbild ist. Ich finde das Beispiel so gut, weil es auch aufzeigt, wie Leute, die sich zum Thema Diversity einsetzen, in einigen Punkten oft selber gar nicht tolerant sind und auf die anderen einhacken. Aber darum geht es doch nicht! Es geht darum, andere Meinungen zuzulassen, sie anzusehen und vielleicht auch mal neben seiner Meinung einfach stehen zu lassen.

Das ist das einzige, was mir wirklich Sorgen macht: wie wir miteinander umgehen. Das verändert sich in der Gesellschaft gerade sehr und ich versuche mit meinem Beitrag in meinem – nicht kleinen – Unternehmen vorzuleben und voranzutreiben, dass wir wieder liebevoll und mit Respekt anderen begegnen.”

 

Vielen lieben Dank für dieses spannende Gespräch. Vor allem wünsche ich dir noch mal alles Liebe für die Hochzeit im Juli!!!

 

Open Piano 3

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“Wir sind Schwestern und wohnen eigentlich gar nicht in München. Wir sind nur hier, weil wir in einem Internationalen Orchester spielen und gerade Freunde besuchen, die aus Paraguay in München zu Besuch sind.

Wir spielen eigentlich Streichinstrumente und daher ist es echt wundervoll gewesen, mal wieder an einem Klavier zu spielen. Das haben wir schon lange nicht mehr getan.”

Die beiden habe ich auf dem Odeonsplatz an dem wunderschönen Klavier des Open Piano for Refugees getroffen. Mehr zu dem Projekt hier: Open Piano 1

Kirche und Gastro

Alof.jpg“Das Gastro-Leben ist schon ziemlich verrückt und ständig werde ich überall eingeladen – mei, München halt: Schischi hier, Schischi da. Aber du wirst mich nicht im P1 oder ähnlichen Veranstaltungen treffen. Das ist einfach nicht mein Ding.
Die Bodenhaftung für dieses verrückte Leben gibt mir der Glaube. Die Religion und das Leben mit der Kirche gehört zu meinem Leben. Zum Beispiel schreibe ich jeden Sonntag die Fürbitten selber. Über die Jahre hat sich da schon ein gigantischer Fundus angesammelt.

Ich hatte mit der Kirche viele wundervolle Erlebnisse in meiner Kindheit: Wallfahrten, Feste und so weiter. All das gehört zu mir, zu meinem Leben. Aber ich bin auch eine großer Kritiker der Kirche. Ich bin ganz sicher nicht mit allem einverstanden – schon gar nicht mit diesem ganzen Geklüngel und dem Milliarden Apparat. Aber für mich ist es keine Option wegzulaufen, sondern ich möchte am liebsten von innen heraus verändern. Und ja, ich ecke immer wieder an und ich selber wurde schon schreckliche Namen geschimpft – vom Teufel besessen und so – aber da lass ich mich nicht beirren und geh weiter.

Ich bin für eine menschenfreundliche und menschenoffene Kirche, in der jeder seine Berechtigung hat. Für mich darf keiner ausgeschlossen werden. Die Kirche hat die Pflicht, auf die Menschen zuzugehen und kann nicht erwarten, dass die Menschen zu ihr kommen. Als ich vor 23 Jahren in der St. Maximilian Kirche angefangen habe, waren nur ein paar Hanseln in der Gemeinde. Jetzt haben wir über 500 und an Feiertagen kommen tausende zu uns. Die Kirche ist voll an Weihnachten. Wir müssen die Tore öffnen und die Menschen dort abholen, wo sie sind und sie ernst nehmen. 
Ein schönes Beispiel ist die Erstkommunion. In vielen Gemeinden ist das eine Massenveranstaltung. Bei uns machen wir kleine Gruppen und die Kinder stehen im Mittelpunkt. Wir müssen die Kinder wirklich fragen, was sie bewegt – ob sie glauben oder einfach nur da sind, weil die Eltern das wollen. Und wenn du ihnen zuhörst, öffnen sie sich auf einmal. Dann erst kannst du mit ihnen reden, weil sie merken, dass du auch einfach nur ein Mensch bist. Du erreichst keine Leute durch Floskeln, die bei den Hochzeiten rausgehauen werden.
Der Glaube macht mich nicht automatisch, zu einem besseren Menschen. Ich bin genauso ein Arsch in einigen Dingen und habe genauso meine Fehler und Ängste, wie alle anderen. Ich bin ich. Einfach nur ich. Mir ist wichtig, durch mein eigenes Mensch-sein zu überzeugen. Ich lebe nach meinem eigenen Leben und nehme alle anderen um mich herum so an, wie sie sind. Das ist mir wichtig.

Aber ich habe auch mit der Kirche schon gelitten wie ein Hund, als es darum ging mein eigenes Schwulsein mit der Kirche zu vereinbaren. Mein Abt hat mir damals gesagt: “Warum nimmst du dich eigentlich so wichtig? Gott liebt dich so wie du bist. Du bist einzigartig und du wirst geliebt. Du bist du. Mehr nicht.” Und seitdem bin ich, wie ich bin und ich habe mich so akzeptiert. Ich bekämpfe nichts mehr. Und genau das sage ich heute noch den Leuten, die zu uns kommen und in der gleichen Frage Hilfe suchen. Du bist du und du wirst von Gott genau so geliebt, wie du bist.”

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Meister Hoppe

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“Ich liebe Räder. Sie sind meine echte Passion. Ich habe 13 davon und die richtig guten Räder stehen bei mir in der Wohnung – hängen teilweise über meinem Bett. Ich optimiere so lange an den Rädern und stecke so viel Geld und Liebe in die Dinger, dann will ich einfach nicht riskieren, dass sie aus dem Keller gestohlen werden. Das ist mir einmal passiert. Das passiert mir nie wieder.

Mit 6 Jahren hat mir meine Mutter ihr Radl ausgeliehen und ich habe mich an ein Laterne gelehnt damit. Ich hab ein bisschen rumbalanciert und bin dann einfach losgefahren. Meine Mutter hat sich tierisch Sorgen gemacht, weil ich einfach nicht mehr zurückgekommen bin. Ich bin eine Ewigkeit durch die Gegend gefahren und es war einfach nur ein wunderbares Gefühl. Seit dem gab es nur noch Räder für mich.

Mit 8 hab ich mein Rad zum ersten Mal selber repariert, mit 9 Jahren hatte ich mir eine eigene Werkbank in den Keller gebaut und ab dem Zeitpunkt hatte ich immer den Traum, irgendeinmal meinen eigenen Laden zu haben. Und vor 8 Jahren habe ich ihn mir dann endlich realisiert. Ich wollte weg davon, für andere zu schuften und wenig zurückzubekommen – weder Geld noch Wertschätzung. Und so habe ich meinen eigenen Laden Velopede endlich umgesetzt: ich hab ein Konzept geschrieben, die Bürgschaft von der KfW bekommen und hab dann einen Kredit aufgenommen. Ohne den Kredit wäre das alles nicht gegangen. Und seit dem Lebe ich meinen Traum: ich konnte mein Hobby zum Beruf machen, hab viel mit Leuten zu tun und kann alles so machen, wie ich es will. Ich habe nicht einen Tag bereut. Das hier ist meine Passion, mein Leben.”


“I love bikes. They are my real passion. I have 13 and the really good ones stand in my flat – sometimes hanging over my bed. I optimize them for such a long time and spend so much money and love on them – I can not risk that they get stolen out of a cellar. This happened to me once. This will never happen again.

When I was 6 years old my mom lent me her bike and was leaning against a lantern whil sitting on it. I balanced a little bit and then I just took off. My mom worried so much because I just did not come back. I cruised around with it for ages and it was just the best feeling ever. Ever since there were only bikes for me.

When I was 8 years old I repaired my bike the first time, with 9 years I got my own workbench int he cellar and since then it was my dream to have my own shop one day. 8 years ago I finally made this dream come true. I wanted to get away to slave away for others and to get back only very little – very little money and very little appreciation. And this is when I started to realize my shop Velopede: I wrote a concept, got the guarantee from KfW and then the credit from a bank. Without the money from the bank this would not have been possible. And since then I am living my dream: I could make my hobby to a profession, I deal with people every day and I can do everything, how I want it. There was no regret – not for a single day. This is my passion, this is my life.”

Ernst

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“Das Foto passt sehr gut zu mir. Man sieht, dass ich versuche ernst zu bleiben, aber es gelingt mir nicht.”

“Wer sagt dir denn, dass du ernst sein musst?”

“Lehrer, Eltern, einfach alle. Aber es gelingt mir ja trotzdem nicht.”


“This photo got me quite well. You can see that I am trying to be serious but I can’t.”

“Who tells you you have to be serious?”

“Teacher, parents, just everyone. But I still do not manage to be serious.”

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