15 best summer

“15 best summer enstand vor einigen Jahren. Im Frühling. Auf den Berggipfeln lag noch Schnee und die Sonne gab an diesem Frühlingstag Ihr Bestes.
Ich saß mit meinem Bruder zusammen und es war einer dieser Tage wo der Wein aus Brunnen fließt. Wir philosophierten über das Leben und irgendwann meinte er auf einmal:

„Du wirst jetzt bald 50 und dann hast du noch 15 Sommer, um all die Dinge zu tun, die dir so wichtig erscheinen, dass sie getan werden müssen. Du wirst mental und körperlich fit genug sein, so dass es keine Ausreden geben kann, es nicht zu tun.
Danach hast du vielleicht noch weitere 5 Jahre, aber in denen werden dich schon die ersten Zipperlein von den großen Dingen abhalten, die noch getan werden müssen. Bedenke, keiner dieser Sommer lässt sich aufschieben, wie die Jahre zuvor. Kein Sommer kommt zurück. Aus und vorbei. Also überleg dir gut, was du in diesen 15 Sommern noch machen willst.“ 

Diese Vorstellung hat mich nicht mehr losgelassen und es brauchte nur noch den Funken die 15 besten Sommer in mir zu entfachen. Ein Jahr später, bei einem Urlaub in Dubai, war es dann soweit. Zum ersten Mal sah ich Fallschirmspringer am Himmel auftauchen und ich sagte zu mir: „Das ist mein erster Sommer.“ Wenn ich in über 4000 m aus dem Flugzeug springen kann, dann kann ich alles erreichen. Nichts mehr kann mich aufhalten meine 15 Sommer zu leben. Nur ein paar Wochen später bin ich das erste Mal alleine aus dem Flugzeug gesprungen.  
„15 Best Summer was Born“

Und seitdem habe ich eine „15 best summer“ Liste. Diese Liste lebt und entwickelt sich stetig weiter. Erst standen nur sportliche Sachen auf der Liste, wie den Kilimandscharo besteigen, eine Segeltour von den Kanaren in die Karibik oder mit dem Heißluft Ballon über Afrika fliegen. Aber mit der Zeit hat sich die Idee weiterentwickelt und ich stelle fest, dass es noch wichtigere Dinge gibt. Wenn es am Anfang vielleicht eher um die Frage ging, was ich noch alles im Leben erreichen oder erleben möchte, so geht es inzwischen auch darum, was ich mal hinterlassen möchte. Welcher Fußabdruck soll mal von mir bleiben?

Meine „15 best summer“ Liste ist keine Bucketliste mit Dingen, die ich machen möchte, bevor ich mal sterbe. Ich habe weiß Gott schon genug erlebt, habe viel von der Welt gesehen und habe in meinen Leben auch wenig anbrennen lassen. Diese Liste ist inzwischen eher eine Liste mit Themengebieten, um die ich mich in den nächsten Jahren kümmern möchte. Ich möchte, dass mich diese 15 Sommer auch persönlich weiterbringen.

Ich möchte irgendwann mal auf der Veranda sitzen können und was zu erzählen haben. Und zwar weil ich Dinge gesehen und gemacht, und dadurch auch vieles besser verstanden habe. Gerade bin ich zum Beispiel einem Programm beigetreten und unterstütze nun eine Schülerin in Äthiopien dabei, auf die Schule und dann auf die Uni gehen zu können. Aber bei dem Programm geht es nicht nur um die finanzielle Hilfe. Ich werde mein Patenkind in den kommenden Jahren besuchen und will dann auch besser verstehen, wie das Land funktioniert und wie es meinem Patenkind ergangen ist in den 4 Jahren. Mit dem Ziel, dieses Programm nach Europa zu bringen und viele Menschen dazu bewegen, ein Patenkind zu übernehmen.

Am liebsten würde ich diese Idee der „15 best summer“ auch an andere weiter tragen und noch mehr Leute anregen, sich diese Fragen zu stellen. 50 ist meines Erachtens das beste Alter dafür: die meisten sind in dem Alter finanziell unabhängig, haben schon was beruflich erreicht. Ein guter Punkt im Leben also, um sich damit auseinanderzusetzen, was man in den nächsten 15 Jahren noch erreichen möchte.

Egal, wem ich von dieser Idee erzähle: alle sind davon angetan. Entweder sind sie kurz vor 50 und ich kann sie anstecken, sich selber auch darum Gedanken zu machen. Oder es sind Leute, die schon über 50 sind – in deren Augen sieht man sofort, wie sie denken: „Ohje, ich habe schon so und so viel Jahre verplempert und mich nicht darum gekümmert.“ Aber es ist ja nie zu spät, sich darum Gedanken zu machen: was ist Deine Liste für die „15 best summer“?“

Dirtpark

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“Ich mag das BMX Fahren so gerne, weil es mega Spaß macht und irre abwechslungsreich ist. Jede Anlage ist anders. Wir haben so ziemlich alles zu Hause, was Rollen hat. Ich fahre sehr gerne Skooter, aber da hat keiner aus meiner Familie mitgemacht und das war langweilig.

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Über zwei Freunde, die Profis sind, bin ich zum BMX Fahren gekommen. Ich mach es noch nicht so lange, aber inzwischen macht meine ganze Familie mit. Wir suchen immer wieder im Internet die verschiedenen Parks und fahren dann alle gemeinsam hin.

Mein Rad haben wir vor einigen Jahren von einer Freundin von meiner Mutter geschenkt bekommen. Es ist  noch aus den 80ern und sah ziemlich fertig aus. Im Sommer war ich dann in Berlin für ein paar Wochen und der Freund meiner Mutter hat es komplett für mich restauriert: abgeschliffen, neue Farbe, neue Radmäntel und so weiter. Jetzt ist es super cool!”

Skatergirl

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“Ich turne und fahre Skateboard. Beides macht mir so viel Spaß, dass ich mich nicht mal entscheiden könnte, welches ich lieber mache. Zwei Tage habe ich nun hier beim “Hot Curbs & Cool Pools” contest mitgemacht: am Samstag beim “Street” und am Sonntag beim “Bowl”. Ich habe zwar nicht gewonnen, aber darum geht es ja auch nicht. Es geht nur darum, Spaß zu haben.”

Welch weise Worte der jüngsten Teilnehmerin beim Girls Skate Jam des Hot Curbs & Cool Pools Festival letztes Wochenende! Und wer Lust hat, der jungen Dame zu folgen, der kann das unter instagram.com/sk8rei

Live your (skater) dreamz

Skating_Köln

“Ich bin Mini Me,my Skateboard and I. Seit dem mein Sohn auf der Welt ist, bin ich nur noch mit ihm, dem Kinderwagen und dem Skateboard unterwegs – egal wohin. Ich bin Studentin der Technischen Mathematik und so pendeln wir zusammen mit Kinderwagen, Skateboard, Zug und Bus zum Campus und in die Kita. Das alles unter einen Hut zu bringen ist nicht einfach, aber meine Mama hat immer gesagt: man muss Prioritäten setzen. Und eigentlich ist es ganz einfach: Mein Sohn ist so oder so als Prio 1 gesetzt. Ich nehme ihn schon seit Beginn an überall mit hin. Dann müssen andere Dinge eben einfach mal warten. Wir sind beide sehr aktiv und brauchen dies auch, das ständige unterwegs sein. Außerdem macht es viel Spaß, man sieht immer andere Sachen und neue Leute. Osgar war jetzt schon in ganz Deutschland unterwegs.

Ich kombiniere Skaten und Turnen. Als ich mal eine Zeit mit dem Turnen aufgehört habe, hat es mir dann doch zu sehr gefehlt. Und so habe ich dann in Berlin mit 20 Jahren den Sport wieder richtig aufgenommen. Da gehen doch direkt mal Grüße an Frau Biese und Herrn Schuster raus vom SV Preussen Berlin, und an Niki (du weißt wer du bist!). Turnen ist ne “richtige” Sportart und genau das Gegenteil vom Skaten. Turnen ist Perfektion. Gerade beim Kunstturnen werden dir ja sogar Punkte abgezogen, wenn der Finger ein bisschen krumm ist. (ironische Übertreibung) Da sitzen die Kampfrichter am Tisch und schreiben eigentlich nur die ganze Zeit auf, dass du nicht perfekt bist. Skaten hingegen ist Freiheit und Lifestyle. Da kann man machen was man will. Jeder hat nen anderen Style und da ist eben nicht alles gleich: der Drop-In oder der 50/50 sieht nicht bei allen gleich aus. Beim Turnen bspw. ist der Ablauf meist gleich, ebenso die Abfolge der Elemente.

Aber ohne meine Oma und meine Mutter, wäre all dies so niemals möglich gewesen. Die haben mir diese Freiheiten nämlich ohne Probleme zugelassen und mich immer unterstützt.

Wenn mich jemand fragt, was ich den Menschen mit auf den Weg geben möchte, dann eigentlich nur: Macht euer Ding! Nicht mehr, nicht weniger. Macht einfach, auf was ihr Bock habt, egal was andere sagen. Wenn ihr Bock habt auf etwas bestimmtes – egal auf welchem Level: dann macht es. Die Hauptsache ist, dass ihr Spaß habt und zufrieden seid in eurem Tun.”

Gesehen auf dem Hot Curbs & Cool Pools Girls Skate Jam

Hot Curbs and Cool Pools

Celina

“Ich organisiere ein Girls Skate Jam jedes Jahr und das schon seit 3 Jahren. Das Ganze ist ein Skateboard Wettbewerb nur für Mädels, damit die nicht immer zu kurz kommen. Hier kann jeder – ob gesponsert oder absoluter Beginner – mitmachen und sich mit Sponsoren und Medien connecten. Die Pro Männer bekommen so viel mehr Medienaufmerksamkeit und für die Mädels ist es so viel schwieriger an Sponsoren dran zu kommen. Da will ich meinen Teil dafür tun. Ich will zeigen, dass das schon richtig fett ist, dass das schon riesig ist, was man mit Mädels auf die Beine stellen kann. Ich will ihnen eine Bühne bieten, dass alle sehen können, dass wir viele sind und dass die voll gut sind.

Warum ich das mache? Ganz einfach: Ich organisiere einfach sehr gerne und will andere glücklich machen. Dabei sollen alle – inkl. mir – Spaß haben. Ein schönes Beispiel ist Vanessa. Sie ist gestern ungesponsert gestartet und hat gleich mal den 1. Platz gemacht. Dadurch hat sie einen Sponsoren-Vertrag von Planet Sports gestern bekommen. Ich bin so happy für sie und genau darum geht es mir:  ich will, dass so was funktioniert und klappt – da fühl ich mich fast so als hätte ich selber den Sponsor gewonnen!”

Dieses Jahr hab ich es endlich geschafft: das große Finale der “Hot Curbs & Cool Pools” mit zu erleben. Ich war total begeistert und hab mir gleich mal eine der Organisatorinnen geschnappt. Großartige Idee und ein tolles Event. Ich freu mich schon auf nächstes Jahr!

Für die aktuellen News, wann es nächstes Jahr wieder so weit ist, folgt doch einfach der Hot Curbs & Cool Pools Facebook Seite

 

Krav Maga

Krav_Maga
„Ich hatte schon verschiedene Kampfsportarten ausprobiert. Aber ich habe mich oft über die Preise und Trainingszeiten geärgert. Ein Freund hat das mitbekommen und meinte, ich soll mir doch mal Krav Maga ansehen. Ich wusste überhaupt nichts darüber, hab aber das Probetraining gemacht und es hat mir mega Spaß gemacht.

Ich mag Krav Maga so gerne, weil das System ziemlich ähnlich zu mir selber ist. Krav Maga spiegelt ein paar Charaktereigenschaften von mir wider. Ich bin jemand, der immer schaut, dass sich alles weiterentwickelt, dass neue Dinge dazu kommen und dass kein Stillstand ist. Und Krav Maga ist ganz direkt und pragmatisch. Ich bin auch ziemlich pragmatisch: Problem, Lösung, weg. Zack. Kein großes Tamtam, nichts drum herum.

Inzwischen bin ich „Expert 1“. Das kann man am besten mit dem schwarzen Gürtel vergleichen. In Deutschland haben aktuell nur zwei Frauen dieses Level. Eigentlich ist es schon ziemlich cool, dass wir schon zwei Frauen auf dem Level sind, denn Krav Maga ist leider kein klassischer Frauensport. Wir haben immerhin 30% Frauen-Anteil – was gar nicht so schlecht ist gegenüber den klassischen Kampfsportarten. Aber von der Logik her müssten es mehr sein.

Krav Maga kommt aus der israelischen Armee und ist kein Sport oder Kampfsport. Es ist nicht als Sport anerkannt. Sport hat Wettkämpfe und Sport hat Regeln. Und beides hat Krav Maga nicht. Es ist ein reines Selbstverteidungssystem. Das heisst, man schaut sich Konflikt- oder Angriffs-Situationen an, und dann schaut man, wie du aus diesen Situationen rauskommst. Es gibt verschiedene Bereiche im Krav Maga und ich unterrichte hauptsächlich den zivilen Bereich. Im zivilen Bereich wehrst du den Angriff ab und sorgst dafür, dass der Angreifer dich nicht weiter angreift. Die Zeit nutzt du, weg zu kommen. Es geht nicht unbedingt darum, den anderen komplett ausknocken, sondern darum, dem andren vielleicht – banal gesagt – so in die Eier zu hauen, dass er die nächsten 30 Sekunden ausser Gefecht ist. Und in er Zeit haue ich ab.

Obwohl es ein Selbstverteidigungssystem ist, ist bei Frauen die Hemmschwelle sehr hoch. Wir Frauen haben da wirklich ein Problem, denn wir haben die Denke, dass wir niemanden verletzen wollen. Wir kümmern uns im Notfall auch noch um den, der uns angegriffen hat. Das ist wirklich schwierig, aus den Frauen rauszukriegen. Daran arbeiten wir aber.

Was ich besonders faszinierend finde, wie sich die Leuten, die regelmäßig trainieren, echt entwickeln – und das relativ schnell. Vom ersten Mal, wo viele noch unsicher dastehen und Hemmungen haben, überhaupt jemanden anzulangen, bis dazu richtig mit Explosivität und Aggressivität zu arbeiten und zu agieren – und selber zu sehen: „Ok, so komme ich raus aus der Situation.“

Bis jetzt musste ich es Gottseidank noch nie in einer realen Situation anwenden. Vielleicht musste ich mal bei Konzerten jemanden auf Abstand halten, aber konkret nicht. Ich wende es allerdings täglich an, weil ich aufmerksamer durch die Gegend gehe.

Dieses Bewusstsein und auch Selbstbewusstsein weitet sich auch auf andere Lebensbereiche aus: Letztens hat mir eine Schüler erzählt, dass sie in der Arbeit immer wieder Probleme mit einer Kollegin hatte und dass sie sich vor dem Konflikt immer ein bisschen weggeduckt hat. Und jetzt steht sie da, und stellt sich der Situation viel selbstbewusster und gibt auch mal Contra.

De-Eskalation und Prävention sind natürlich große Themen bei uns. Wenn ich erst gar nicht in die Situation komme, um so besser. Im Training wird natürlich mehr an der Technik gearbeitet. Aber viele erzählen mir, dass sie viel aufmerksamer durch die Gegend gehen, und viel früher merken, wenn was nicht stimmt. So können sie vielleicht Situationen im Vorfeld schon vermeiden.

Krav Maga ist ein System, dass sich immer weiter entwickelt und das entspricht mir auch sehr. Es kommen neue Angriffe dazu, es ändern sich Angriffe, es komme neue Schwierigkeiten dazu und so wird Krav Maga immer weiterentwickelt. Die Angriffe müssen alle immer wieder an der Realität getestet werden. Wenn eine Technik nicht funktioniert, weil man schwächer, kleiner oder eine Frau oder sonst etwas ist, dann wird das weiterentwickelt und man schaut sich an, was man machen kann. Das heisst, wenn wir einen Angriff haben und wir haben eine Verteidigung dafür und irgendwo auf der Welt wird festgestellt, dass diese Technik nicht funktioniert, dann wird daran gearbeitet und geschaut, was man anders machen kann, damit es auch wirklich funktioniert. Das heisst, dass das System sich ständig weiter entwickelt. Ich halte es daher für wichtig, dass eine große Organisation dahinter steht – am besten auch noch international und das Headquarter in Israel hat. Das sind tatsächlich wichtige Kriterien, wenn man sich was sucht. Gerade eben weil es ein lebendes System ist. Die Organisation IKMF, in der ich bin, arbeitet z.B. auch mit der IDF und mit verschiedenen Sicherheitsfirmen zusammen, in der solche Dinge immer wieder überprüft werden.

Ich habe gerade eine Fortbildung gemacht für Krav Maga für Menschen mit Handicap. In dem Kurs haben fast alle erzählt, dass sie schon mal tätlich angegriffen wurde. Mal nebenbei bemerkt merkt man daran mal wieder, dass sich die Leute Opfer suchen und niemals jemand gleichwertigen angreifen. Und da sind die Techniken natürlich komplett anders. Wenn du im Rollstuhl sitzt, kannst du bestimmte Techniken gar nicht machen und musst ganz anders reagieren und abwehren. Das Gute ist: denen braucht man meistens nicht beizubringen, dass sie voll zuschlagen müssen. Denen ist das das bewusst und die schlagen auch zu, weil sie selber sehen, wie feige das ist, wenn sie jemand angreift. In so einem Bereich würde ich gerne weiter arbeiten und neue Lösungen finden und so so dazu beitragen, Krav Maga weiterzuentwickeln.“

Gabi hat inzwischen ihre eigene Schule in Augsburg aufgemacht und bietet nehmen Frauen- und Crashkursen auch regelmäßiges Training an. Link zur Schule:
www.krav-maga-school.de

Wasser

Pascal

“Die 2.500 km von München bis ans Schwarze Meer auf dem SUP zu paddeln, war eines der besten Dinge, die ich je in meinem Leben gemacht habe. 6 bis 8 Stunden am Tag zu paddeln war echt sehr anstrengend – ich war selten in einer so guten Form – aber es war einfach ein fantastisches, meditatives Erlebnis. Ich bin durch Eisenbahn-Tunnel mit meinem SUP gelaufen, ich bin über Brücken mit meinem Board unter dem Arm gegangen, ich habe stundenlang niemanden gesehen und bin einfach nur gepaddelt. Natürlich bin ich immer wieder ganz bewusst in Städte gegangen, um immer mal wieder die Zivilisation zu sehen, aber ich war viel alleine – mit mir und dem Wasser.

Da kommt man viel zum Nachdenken und ich komme immer wieder an den Punkt: Warum schaffen wir es nicht, die Wahrheit zu erkennen, dass wir etwas ändern müssen? Wir wissen es doch eigentlich alle! Es ist doch verrückt, dass ich mir jeden Tag  das Trinkwasser im Supermarkt kaufen musste, weil das Wasser, auf dem ich gepaddelt bin, einfach nicht genießbar ist. Ich habe so viel Müll und so viel Plastik gesehen. In einigen Ländern war ich echt schockiert. Warum nehmen wir das alle nicht ernst, was um uns herum schon passiert?

Ich bin auf der anderen Seite so vielen tollen Menschen begegnet. Oft haben wir gar keine Worte gefunden, um uns auszutauschen, weil wir keine gemeinsame Sprache hatten. Aber es war großartig, mit den Fischern, Anglern und anderen Menschen, die am Wasser leben, die Abende zu verbringen.

Die Reise hat mich auf jeden Fall sehr darin bestärkt, dass ich meine Mission weiter treiben möchte – mit all meiner Kraft und Mitteln, die ich habe. Ich werde alle  Möglichkeiten ausschöpfen, und mit dem Verein Pure Water for Generations für ein Ziel kämpfen:

In 25 Jahren sollen die Menschen das Wasser der Donau wieder trinken können!

Pascal ist wirklich von München bis ans Schwarze Meer in 2 Monaten auf dem SUP gepaddelt. Ich habe vor der Reise schon mal über ihn geschrieben und bin ihm zufällig auf der Straße in Schwabing noch mal über den Weg gelaufen – eine tolle Gelegenheit für eine Follow-Up Story.

Abhärtung

Abhärtung

“Ich mach das jetzt schon seit ein paar Jahren: ich komme an die Isar, schwimme hier einmal bis zur Corneliusbrücke runter und lauf dann wieder zurück. Ich mach das von März bis November. Die Temperatur des Wassers ist gar nicht so sehr das Thema. Aber wenn es draußen kalt ist und windet und dann auch noch die Sachen draußen naß sind, dann ist das nichts mehr für mich. Es gibt noch einen Typen aus Trudering, der das auch immer macht. Ich bin so ungefährt 3-5 mal die Woche hier. Das ist nicht nur Abhärtung, sondern ich es macht einfach Spaß.

50 werden ist Scheiße. Auf einmal frage ich mich, wo die ganze Zeit, wo sind die Jahre geblieben? Auf einmal kommen Zipperlein – immer nichts lebensbedrohliches, aber auf einmal fallen mir manche Sachen schwerer, die mir so leicht gefallen sind, als ich jung war.”

Harter Tag

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“Eigentlich haben wir einen echt harten Tag heute, deshalb behalte ich lieber die Brille mal an. Ich bin noch ganz schön verkatert, weil wir gestern einen Geburtstag gefeiert haben und ziemlich lange aufgeblieben sind. Aufräumen mussten wir auch alleine, weil mein Mann gleich in der Früh abgehauen ist, weil heute der Todestag seiner Mutter ist. Und du hattest heute auch einen recht harten Tag.”

“Heute morgen hatten wir ein Fussballspiel und haben 10:0 verloren. Das ist echt hart. Erst hab ich ein bisschen geheult, aber dann ging es wieder. Wir haben aber auch neue Trainer und die konnten uns während des Spiels echt nicht leiten, wie die alten Trainer. Die kennen ja noch nicht mal unsere Namen. Wahrscheinlich war der Schiedsrichter schuld (lacht).”

“Deshalb gehen wir jetzt erst mal neue Fussballschuhe holen. Wahrscheinlich waren es die Schuhe.” (beide fangen zu lachen an)

Fertig

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“Ich hab hier drin jetzt drei Läden gehabt: erst einen Laden für Schlagzeug und E-Gitarren. Dann einen für Ayuveda und jetzt für Box-Klamotten und Equipment. Aber jetzt ist Schluss. Ich hab so viel Geld in den Laden gebuttert und jetzt sind all meine Reserven aufgebraucht. Ich mach den Laden in den nächsten Wochen dicht. Am liebsten würde ich bei Sport-Schuster arbeiten. Da hab ich zumindest mal meine Bewerbung schon hin geschickt.”

Wer noch schöne T-Shirts, schöne Sport-Klamotten, Turnhallen-Equipment wie Reckstangen oder einen Bock haben möchtet: in der Klenzestraße 32 findet ihr das jetzt beim Räumungsverkauf!

Eisbach

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“Ich erinnere mich noch gut an den Tag, als ich das erste Mal an der Welle am Eisbach stand. Ich war 14 oder 15 Jahre und habe also schon einige Zeit auf kleineren Wellen geübt – wie zum Beispiel der weiter unten am Eisbach. Aber die große Eisbach-Welle ist noch mal was ganz anderes. Ich stand wirklich fast eine Stunde da und hab mir immer wieder gedacht: “Uffz, ist die groß!” Tja, und jetzt trainiere ich fast jeden Tag hier.

Was mich vor allem in der Wettkampfsituation trägt, ist mein Umfeld. An dem Tag der Europameisterschaft war ich eigentlich ganz guter Dinge, dass ich gute Chancen hätte. Aber als ich dann noch in den schwereren Heat gekommen bin, sind auf einmal doch Zweifel hochgekommen. Aber meine ganzen Freunde und Familie standen da hinter mir und haben mir viel Zuspruch gegeben. Sie haben mir immer wieder gesagt, dass ich das schaffe. Ohne sie wäre ich wahrscheinlich verzweifelt, aber mit ihnen hab ich dann tatsächlich den Titel geholt!”

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Janina Zeitler hat vor einem Jahr den Titel zur Europameisterin im Wellensurfen auf der  künstlichen Welle geholt. Wir gratulieren ihr noch einmal ganz herzlich!

Sie hat mir noch viel mehr über sich und über die Wettkampfsituation erzählt. Wer noch mehr über sie erfahren möchte, kann sich das ganze Statement von ihr auf MunichMag ansehen:

 

Meister Hoppe

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“Ich liebe Räder. Sie sind meine echte Passion. Ich habe 13 davon und die richtig guten Räder stehen bei mir in der Wohnung – hängen teilweise über meinem Bett. Ich optimiere so lange an den Rädern und stecke so viel Geld und Liebe in die Dinger, dann will ich einfach nicht riskieren, dass sie aus dem Keller gestohlen werden. Das ist mir einmal passiert. Das passiert mir nie wieder.

Mit 6 Jahren hat mir meine Mutter ihr Radl ausgeliehen und ich habe mich an ein Laterne gelehnt damit. Ich hab ein bisschen rumbalanciert und bin dann einfach losgefahren. Meine Mutter hat sich tierisch Sorgen gemacht, weil ich einfach nicht mehr zurückgekommen bin. Ich bin eine Ewigkeit durch die Gegend gefahren und es war einfach nur ein wunderbares Gefühl. Seit dem gab es nur noch Räder für mich.

Mit 8 hab ich mein Rad zum ersten Mal selber repariert, mit 9 Jahren hatte ich mir eine eigene Werkbank in den Keller gebaut und ab dem Zeitpunkt hatte ich immer den Traum, irgendeinmal meinen eigenen Laden zu haben. Und vor 8 Jahren habe ich ihn mir dann endlich realisiert. Ich wollte weg davon, für andere zu schuften und wenig zurückzubekommen – weder Geld noch Wertschätzung. Und so habe ich meinen eigenen Laden Velopede endlich umgesetzt: ich hab ein Konzept geschrieben, die Bürgschaft von der KfW bekommen und hab dann einen Kredit aufgenommen. Ohne den Kredit wäre das alles nicht gegangen. Und seit dem Lebe ich meinen Traum: ich konnte mein Hobby zum Beruf machen, hab viel mit Leuten zu tun und kann alles so machen, wie ich es will. Ich habe nicht einen Tag bereut. Das hier ist meine Passion, mein Leben.”


“I love bikes. They are my real passion. I have 13 and the really good ones stand in my flat – sometimes hanging over my bed. I optimize them for such a long time and spend so much money and love on them – I can not risk that they get stolen out of a cellar. This happened to me once. This will never happen again.

When I was 6 years old my mom lent me her bike and was leaning against a lantern whil sitting on it. I balanced a little bit and then I just took off. My mom worried so much because I just did not come back. I cruised around with it for ages and it was just the best feeling ever. Ever since there were only bikes for me.

When I was 8 years old I repaired my bike the first time, with 9 years I got my own workbench int he cellar and since then it was my dream to have my own shop one day. 8 years ago I finally made this dream come true. I wanted to get away to slave away for others and to get back only very little – very little money and very little appreciation. And this is when I started to realize my shop Velopede: I wrote a concept, got the guarantee from KfW and then the credit from a bank. Without the money from the bank this would not have been possible. And since then I am living my dream: I could make my hobby to a profession, I deal with people every day and I can do everything, how I want it. There was no regret – not for a single day. This is my passion, this is my life.”

Surfin’

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“Wir wohnen ein wenig ausserhalb von München und brauchen ungefähr eine Stunde hierein. Aber wir vermissen beide das Meer so und müssen einfach kommen. Wir kommen beide vom Standup-Paddeln und wir haben spezielle SUP-Bretter, mit denen wir auch auf Wellen reiten können. So, jetzt müssen wir aber auch los auf die Welle!”


“We live a little outside of Munich and it takes us about an hour to get here. But we both miss the sea so much that we have to come. We both come from the Standup Padeling and we have special SUP-boards which can be used for wave surfing as well. But now we have to go on the wave!”

Fit für den Jakobsweg

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“Ich bin den Jakobsweg schon ein paarmal gelaufen. Immer wieder unterschiedliche. Ich bin körperlich noch sehr fit, auch wenn ich mir im Leben wahrscheinlich schon mal alle Knochen gebrochen habe. Ich laufe immer noch gerne und jeden Tag. Vor zweieinhalb Jahren war ich das letzte Mal auf einem Jakobsweg und hoffe, bald wieder mal zu gehen.

Leider werde ich nur immer vergesslicher. Ich erinnere mich oft nicht mehr an Wörter oder Namen. Das stört mich sehr. ”


“I walked the Way of St. James various times. But always different routes. I am physically completely fit, even if I had broken all my bones in my body before. I love walking and I am doing it every day. Two and half years I walked the Way of St. James last time and I hope i will do another one soon.

But unfortunately I become forgetful. I often can not remember words or names. And this really bothers me.”

 

Tango

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“Ich komme aus Wien und bin für dieses Wochenende nach München angereist. Ich tanze auf einem Tango-Festival/ Encouentro-Treffen. Das sind wundervolle Veranstaltungen und dieses hier nennt sich z.B “Munich Easter Tango Weekend“. Die TeilnehmerInnen kommen oftmals aus vielen verschiedenen europäischen und auch aussereuropäischen Ländern, auf Genderbalance wird seitens der VeranstalterInnen  penibel geachtet. Die Milongas werden von internationalen Tango-DJ’s bespielt, viele von Ihnen machen phantastische Musik und tanzbare Stimmung, sehr häufig traditionelle Musik aus den 40ern.

Jetzt war ich gerade in der Stadt, um ein bisschen Luft zu schnappen und in die Kulturhistorie Münchens einzutauchen. Morgen gibts den Englischen Garten und das Haus der Kunst.

Jetzt bin ich wieder auf dem Weg zurück und tanze wahrscheinlich bis in den frühen Morgen. Ich war schon auf vielen Encouentros, Festivals und internationalen Tangotreffen und es sind immer wundervolle musikalische, tänzerische und soziale Erlebnisse. Wahrscheinlich komme ich im Oktober zum Tango Marathon wieder hierher.”


“I am actually from Vienna and here only for the weekend. I dance at a tango festival. This is just a wonderful event and is called “Munich Easter Tango Weekend“. You just dance all the time, the participants come from everywhere and there are some fantastic tango DJs. I was just in the city for a while to get some fresh air and now I am heading back and dance until the early morning. I was at a few festivals and it is just a wonderful experience.”

Save

Parkour

Parcour.jpg“Wir machen hier Parkour. Nicht FreeRunning. Er macht es schon seit drei Jahren und ich habe vor einem Jahr angefangen. FreeRunning ist mehr so mit Saltos und so. Und bei uns geht es eher darum, wie man am schnellsten von hier nach da kommt – mit Springen und abrollen und so. Wir trainieren gern in der Roten Stadt am Olympiapark. Da sind echt viele, die das machen und jeder hilft jedem. Da ist eine gute Stimmung und da gibt es ein paar Jungs, die das richtig, richtig gut schon können.

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Wir waren gerade mit der Klasse bei so einer Veranstaltung, zum Thema Berufsfindung. Aber wir wissen eigentlich beide schon, was wir werden wollen. Wir wollen zur Landes-Polizei.”


“We are doing Parcour. Not FreeRunning. He is doing it already for three years and I started about a year ago. FreeRunning is more with Saltos and so on. We focus more to get the fastest way to go from here to there – with jumping and rolling and so. We like to train in the “Rote Stadt” (the red city) at Olympiapark. There are a lot who do this and they help each other. There is a really cool athomsphere and there are a lot of guys who are really, really good.

We have been out with our class to an event for finding your profession. But we already know what we want to be. We want to go to the Landes-Polizei (National Police).”

 

Acai

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“Ich bin Fitness-Trainerin, hab meine Kinder alleine groß gezogen und bin jetzt nach vielen Jahren Siemens endlich in Rente.

Wie man so fit bleibt? Disziplin und Ernährung! Mein Sohn war jetzt in LA und hat mir Acai gezeigt. Seit dem esse ich es jeden Tag zum Frühstück. Und sonst ausgewogen essen, Hafermilch, Mandelmus, Sesam und so weiter. Natürlich nasche ich auch mal – eine Stück Kuchen oder Fleisch hier und da muss immer mal wieder drin sein – aber prinzipiell geht es darum, auf sich selber zu achten.”


“I am a fitness trainer, I have raised my kids by myself and finally after many, many years with Siemens I am finally retired.

How to stay fit like that? Discipline and your diet! My son was in LA and introduced me to Acai. Since then I have it every day for breakfast. And apart from that you have to eat well-balanced: only oat milk and no milk from cows, almond mash, sesame, and so on. For sure I cheat every now and then – a piece of cake here and a little bit of meat there – but overall this is all about taking care of yourself. “

Mr. Martial Arts

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“Ich mache seit ich 7 Jahre bin Kampfsport. Mein Vater kommt aus Sparta und ich habe erst mal mit Ringen angefangen. Aber für’s Ringen hatte ich nie genug Gewicht. Inzwischen habe ich viele Kampfsportarten probiert. Gerade mache ich Martial Arts – eine Mixtur aus vielen Kampfsportarten. Ich trainiere hier seit ungefähr 2,5 Stunden. Mein Traum wäre es, Kinder zu trainieren. Sie sind noch nicht “verdorben”.  Erwachsene sind oft aggressiver, Kinder sind einfach sie selber.”


“I am doing martial arts since I am 7 years old. My dad is from Sparta and I started with wrestling. But for wrestling I was never heavy enough. Then I tried a lot of martial art types. Currently I doing a mixture of all martial arts. I was training for 2,5 hours already today in this beautiful weather. It would be my dream to train kids. They are so natural. Adults are often aggressive but kids are just themselves.”

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Nice

Nice Juggler

“Ich habe als Junge schon früh geturnt und später bin ich dann durch meinen Vater zum Jonglieren gekommen. Bis ich dann festgestellt habe, dass man mit ein paar Tricks sein Geld für’s Leben verdienen kann. Ein paar Tricks auf der Straße oder die Feuershow am Strand: so habe ich mich zwei Jahre auf meinen Reisen durch Mittel- und Südamerika über Wasser gehalten.

Auf meinen Reisen gab es nicht >den< Moment, der am Besten war. Es waren so viele wunderbare Momente. Aber ich habe etwas wundervolles gelernt: Die Menschen sind eigentlich wirklich nett. Ich war in Ländern, von denen man immer sagt, dass sie gefährlich sind und das die Menschen dort unfreundlich sind – wie Bolivien oder Kolumbien. Aber ich habe nur nette Menschen getroffen.”

Ich habe diesen unglaublichen Typen auf dem Isarinselfest am Stand für den Zirkus Trau Dich getroffen – übrigens eine ganz tolle Organisation, die ich jedem mit Kindern nur ans Herz legen möchte!


“I was doing gymnastic very early and my father taught me how to juggle. Then I learned that you can make enough money with it to live on it. A few tricks on the street or a fire show on the beach: this is how I earned all the money I needed to travel through middle and south America.

There was not “the” special moment on my trip. There were so many fantastic moments. But there is something major I learned: People are actually really nice. I was in countries everyone calls dangerous and they say people are unfriendly: for example Bolivia or Venezuela. But I only met nice people.”

I met this amazing guy on the Isarinselfest where he represented the Zirkus Trau Dich for international kids – a project I can highly recommend for everyone with kids!

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Self Discovery

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“Ich bin immer auf der Suche nach mir selber. Nicht nur sportlich, sondern auch spirituell.”

Sie war auf jeden Fall die coolste Yoga- und Sport-Lehrerin, mit der ich je meinen Mittagstisch teilen durfte.


 

“I am always looking to find my best side. Not only in sports but also spiritually.”

Meet the coolest Yoga-Master and sports teacher I ever was allowed to share my lunch table with.