Behindert die behinderten Menschen nicht

„Ich arbeite hier in den Ebersberger Werkstätten für Menschen mit seelischer Behinderung. Die Menschen hier haben ganz viele verschiedene psychische Erkrankungen – z.B. Depressionen, Schizophrenie, bipolare Störungen – und sind in handwerklichen Berufen oder am Computer beschäftigt. Damit gehen sie nicht nur einer geregelten Arbeit nach, sondern sie bekommen Lohn, sind sozialversicherungspflichtig und bekommen später eine Rente. Das ist wichtig.

Wir Gruppenleiter kommen alle aus dem Handwerk – Schreiner, Metaller, Kaminkehrer, oder wie ich Konditorin. Darüber hinaus haben wir berufsbegleitend über ein Jahr eine sonderpädagogische Zusatzausbildung gemacht. Dort lernt man einerseits das pädagogische Handwerk, aber man lernt zum Beispiel auch die Krankheitsbilder kennen. Man lernt, warum jemand mit einem bestimmten Krankheitsbild so oder so reagieren kann: manchmal ist es eben krankheitsbedingt, manchmal sind es aber auch die Tabletten, die z.B. dämpfen und müde machen. Warum muss sich jemand jetzt mittags einfach mal hinlegen? Er ist nicht faul oder hat kein Bock, er ist einfach nur durch die Tabletten müde. Das zu lernen war sehr spannend.

In den Werkstätten bekommt jeder seine eigene Aufgabe. Zum Beispiel gibt es Menschen, die nicht gerne auf einem Platz sitzen, Bewegung brauchen und auch mal schauen müssen, wie es woanders aussieht. Dann gehen sie eben rum, leeren die Mülleimer und bekommen zu ihrer Wanderung auch noch eine sinnvolle Aufgabe.”

„Viele Menschen mit Behinderung werden von ihrer Umwelt behindert. Sie empfinden ihre eigene Behinderung nicht als Behinderung für sich selber. Zum Beispiel werden Rollstuhlfahrer von einer zu hohen Kante im Bordstein behindert oder durch eine Stufe vor dem Laden. Die sind nicht behindert, sondern sie werden durch solche Sachen behindert: in ihrer Mobilität, in ihrer Teilhabe, in ihrer Inklusion. Und genauso ist es auch bei Menschen mit seelischer Behinderung. Und hier helfen wir.

Wenn einer unserer Beschäftigten mal eine psychisch instabile Phase hat, dann ist es wichtig, wenn er oder sie angedockt ist. Wir kennen die Leute sehr gut, arbeiten täglich mit ihnen und können viel eher reagieren: wir tauschen uns dann mit dem psychologischen Dienst hier im Haus oder dem Psychiater hier am Ort aus und können dann gemeinsam gegensteuern – oder auch mal durch den Psychiater eine Klinikeinweisung erhalten, wenn es mal akut fremdgefährdend oder akut selbstgefährdend wird.
Wie das aussehen kann, wenn die Menschen nicht richtig eingebunden sind, kann man an dem Fall sehen, der vor einiger Zeit in den Nachrichten kam: ein Mann hat eine Frau und ein Kind aufs Gleis geschubst. Dann hieß es gleich: er ist psychisch krank. Da stellt es bei mir alle Haare auf. Ja, er war psychisch krank, aber er war auch nicht in einem ordentlichen Setting. Unsere Leute hier in der Einrichtung sind alle an einen Arzt angedockt, und ein multiprofessionelles Team schaut darauf, wie es der Person geht und ob sie Unterstützung braucht. Menschen, die in einem solchen Setting eingebunden sind, denen passiert sowas eher nicht.

Aber wir haben teilweise Anfragen, deren Antrag beim zuständigen Kostenträger bis zu einem Jahr braucht, bis wir sie hier ordentlich anbinden können. Und in diesem Jahr kann viel passieren. Menschen mit Depressionen, Schizophrenie oder Antriebsschwächen, die dann so lange auf einen Platz warten und nur zu Hause hocken, sind die nach einem Jahr im Notfall reif für die Klinik. Und das kostet uns Steuerzahler wesentlich mehr Geld, weil eine Klinik immer viel mehr Geld kostet, als das, was wir hier machen.“

“Wir sind für unsere Klient*innen in allen Lebenslagen da und manchmal ist es dabei wirklich nicht so einfach, die Distanz zu wahren: Vor einiger Zeit hatten wir eine Frau hier, die mit starken Angststörungen zu uns gekommen ist. Es hat dann fast 1,5 Jahre gebraucht, bis sie mit ihrer Angst besser umgehen und hier ankommen konnte. Eine Zeit, in der sie sich teilweise wie ein Säugling voll Panik an mich geklammert hat. Das geht einem sehr nah und hat mich ganz schön gefordert.

Daraus habe ich aber vor allem gelernt, dass ich akzeptieren muss: es ist trotzdem noch ein eigener Mensch und es ist hier „nur“ Arbeit. Ich sage hier ganz bewusst „nur“, denn ich würde es auch nicht wollen, dass meine Chefin meinen Mann anrufen würde, und sagen würde: „Heute war sie aber ganz schön zickig in der Arbeit. Sei vorsichtig, wenn sie heimkommt.“ Man braucht also wirklich eine Abgrenzung und muss unterscheiden, was die relevanten Punkte sind, die man wirklich abstimmen muss mit dem Wohnheim oder den Partnern. Und in der Arbeit verhalten wir uns ja auch oft anders als zu Hause. Das ist bei unseren Beschäftigten genauso.

Und nicht alles, was ich denke, was für den Menschen gut sein könnte, ist vielleicht das, was der Mensch sich für sich selber wünscht. Und das muss ich manchmal auch akzeptieren. Da darf ich eben auch nicht „überbehüten“, sondern er muss es auch für sich selber lösen oder sich selber jemanden suchen, der ihm bei der Lösung helfen kann. Ich darf es aber eben nicht für ihn lösen. Einige fordern das auch ganz klar für sich ein, dass sie das selber machen wollen. Natürlich helfen wir uns einander, aber es muss ein gutes Mischungsverhältnis sein. Aber das ist manchmal wirklich nicht einfach.“

“Was würdest du gerne einem größeren Publikum sagen, wenn du die Möglichkeit dazu hättest?”

„Behindert die Menschen mit Behinderung nicht! Die Menschen werden von so vielen Dingen behindert: Warum nehme ich als Vermieter keinen Menschen mit Behinderung? Warum gebe ich als Arbeitgeber dem Menschen mit Behinderung nicht den Job? Damit behindern sie – und damit ist der andere behindert.

Die Menschen haben oft Angst vor den Menschen mit Behinderung. Berührungsängste oder Angst, dass es vielleicht ansteckend sein könnte. Das kann jedem von uns jeden Tag passieren. Dazu muss mich nur beim Überqueren der Straße ein Auto erfassen und ich lande einmal kurz auf der Windschutzscheibe. Da braucht man doch nicht so tun, als würde mich das gar nichts angehen.

Man sieht schon in der Gesellschaft, dass die ersten Schritte gemacht werden – z.B. werden die Kinder im Kindergarten nicht mehr so strikt getrennt und in den Schulen arbeiten sie auch immer mehr daran, mehr Personal dafür zu bekommen. Aber damit hört es ja nicht auf: der nächste Schritt ist, dass das Kind vielleicht in der Regel-Schule war und danach aber immer noch keinen Ausbildungsplatz oder Job findet. Weil er vielleicht das eine oder andere nicht machen kann. Die Anforderungen am Arbeitsplatz werden immer höher und da fallen ja auch schon einige nicht behinderte Menschen, die vielleicht in unseren Augen nicht ganz so leistungsfähig aber auf ihre ganz eigene Art und Weise sehr bereichernd sind, aus dem System raus. Ich denke aber, das braucht jetzt noch zwei bis drei Generationen, bis es wirklich besser wird.“

Welt

“Ich bin seit einem halben Jahr Flugbegleiterin. Damit habe ich das unfassbare Glück, die Welt erkunden zu können – und ich liebe es! Es ist wunderbar, viele Menschen und Kulturen kennenzulernen und ich höre mir ungeheuer gerne die Geschichten der Menschen an. Das Schöne daran ist, dass jede Erfahrung und jede Geschichte mir die Chance gibt, mich weiterzuentwickeln und ich lerne viel darüber, wie man mit sich selber umgehen sollte.

Aber ich musste auch lernen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Wenn man zum Beispiel in New York ist – einer wundervollen Stadt! – aber du kannst es mit niemanden teilen, weil du alleine dort bist, dann glänzt die Stadt einfach nicht richtig.

Der Job ist wirklich ganz schön stressig – alleine durch die Arbeitszeiten, aber auch durch die ständige Konzentration, für den Kunden immer das Beste zu geben. Deshalb ich auch parallel mit Yoga angefangen. Das hilft mir ganz wunderbar, in kurzer Zeit auch wieder von dem Stres runter zu kommen.”

Unterschwellig

“Was mir wirklich am Herzen liegt ist, dass es keine Diskrimierungen geben sollte. Dabei geht es gar nicht mal um die offensichtlichen Diskrimierungen und Rassismus. Sonder es geht um die nicht bewussten, die wir jeden Tag erfahren in unterschwelligen Kommentaren, die einen trotzdem verletzten. Mein Traum wäre es dabei, wirklich einen Unterschied zu machen in Zukunft. Ich will gar nicht hochtrabend davon sprechen, dass ich für alle Frauen etwas verändern möchte. Aber wenn ich nur für ein paar Frauen oder Mädchen einen Unterschied machen konnte, dann ist der Traum schon in Erfüllung gegangen.

Ich habe einige Praktika im Ausland gemacht, wo ich häufig gehört habe, dass ja hier in Deutschland alles in Ordnung sei. Doch auch in Deutschland haben wir mit Rassismus und Diskriminierung zu kämpfen. Da sieht man mal die westliche Arroganz: wir tun immer so, als wüssten wir, wie mit Frauen umzugehen ist. Aber stimmt eben gar nicht.”

Auch dieses Interview habe ich im Umfeld der Konferenz an der TU geführt. Am 7.12.2018 fand eine Konferenz zum Thema “Frauen in der digitalen Zukunft: Stereotype unterbrechen.” Diese Konferenz hatte zum Zwecke, Frauen mehr in die MINT-Berufe zu bringen. – siehe auch den Artikel “Krumme Vita

Krumme Vita

“Ich komme gerade von einer Konferenz an der TU zum Thema “Frauen in der digitalen Zukunft: Stereotype unterbrechen.“  Sehr spannend, denn ich arbeite selbst in der IT Branche und bin happy dort. Das war allerdings zu Beginn meines Weges nicht absehbar. Denn ich habe eine recht krumme – nicht akademische – berufliche Vita und bin nicht auf dem klassischen Weg zu diesem Job gekommen. Tatsächlich habe ich Damen-Schneiderin und Schnittdirektrice gelernt! Im Nachhinein weiß ich, dass ich nicht den richtigen Beruf gewählt hatte – frei nach dem Motto: „Dann mache ich erstmal was mit Mode“. Computer fand ich damals eigentlich schon viel spannender, aber während meiner Schulzeit fanden sich im Wahlfach Informatik eher die etwas merkwürdigen Mitschüler zusammen.  Als damaliges Punk-Girl hätte ich dort wohl nie wirklichen Anschluss gefunden. Während meiner Ausbildung habe ich mir dann zum Glück meinen ersten Personal Computer (einen Atari ST) gekauft und habe selber ein kleines Programm zur Erstellung eines einfachen Schnittmusters entwickelt, weil mir das manuelle Zeichnen von Schnitten langweilig wurde. Eine CAD/CAM Software Firma aus der Textilbranche hat mich dann von Hamburg nach München gelockt und seitdem habe ich mich Schritt für Schritt in der IT-Branche weiterentwickelt: den Internetboom bei einem der ersten Online-Anbieter mit gemacht, sehr interessante Tätigkeit im Umfeld SAP und der Dokumentenarchivierung, im Ausland gewesen, viele Leute kennengelernt und ein berufliches Netzwerk aufgebaut. Aktuell arbeite ich in der zentralen IT Abteilung bei Siemens und befasse mich, unter anderem, mit den aktuellen Digitalisierungstrends wie Chatbot, AI & Machine Learning oder Blockchain. Die IT fasziniert mich immer wieder.

Auf der heutigen Konferenz ist mir aufgefallen, dass die Idee von endlich – mehr – weiblichen Arbeits- und Führungskräften in den technischen Berufsfeldern zu häufig mit einem akademischen Werdegang verknüpft wird. Ich denke, Frauen sollten sich allgemein noch mehr für Technik, IT und vor allem die neuen Digitalisierungstrends begeistern. Damit wird sich dann hoffentlich auch der Anteil an quereinsteigenden Frauen mit einer krummen Vita in der IT erhöhen. Mich würde es extrem freuen!”

Am 7.12.2018 fand eine Konferenz zum Thema “Frauen in der digitalen Zukunft: Stereotype unterbrechen.” Diese Konferenz hatte zum Zwecke, Frauen mehr in die MINT-Berufe zu bringen. Und falls ihr es auch erst googeln müsstet: MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Ich bin völlig zufällig an dem Tag in der TU gewesen, weil ich mir eigentlich die wundervolle Ausstellung 200 Frauen ansehen wollte.

Greek Love

Greek Love

“Ich komme aus Griechenland und bin nur eine bestimmte Zeit hier – wegen der Arbeit. Nein, das stimmt nicht wirklich. Eigentlich ist es wegen der Liebe. Meine Schwester wohnt hier schon lange und ich habe letztes Jahr bei einem Besuch meiner Schwester meinen jetzigen Freund hier kennengelernt. Aber die Long Distance Beziehung zehrt an den Nerven. Und so habe ich mich entschlossen, für 3 Monate hierher zu kommen. Und ich es läuft super und ich liebe München.”

Italien

Italien

“Ich komme ursprünglich aus Italien, bin aber schon seit 3 Jahren hier. Ich vermisse  eigentlich nur das Essen und meine Mama. In Italien haben sie alles: das Meer, die Sonne, … Aber was nützt dir das, wenn du kein Geld hast? Man kann dort nicht arbeiten und davon leben. Die meisten wissen nicht, wie sie über die Runde kommen sollen. Man arbeitet, aber bekommt trotzdem kein Geld. Ich komme auch noch aus Sizilien –  Korruption ist dort ein echtes Problem.

Gerade bin ich auf Arbeitssuche. Ich hab schon viel hier gemacht. Kellnern mach ich gerne wegen des Trinkgeldes. Aber am liebsten würde ich was in der Richtung Friseur machen. In Italien hab ich schon Haare geschnitten, aber ich hab nie eine Ausbildung gemacht. Das würde ich am liebsten machen: eine Ausbildung und dann als Friseurin arbeiten.”

Finden

Finden

“Ich wusste immer, ich will Jura oder Journalismus studieren. Aber als es dann so weit war, hat es mir auf einmal überhaupt nicht gefallen. Mit der Zeit wurde der Druck immer größer, weil immer mehr Freunde  irgendwas studiert haben und ich nicht. Und jeder hatte eine Meinung dazu! Also bin ich erst mal hier als Aupair für 9 Monate und dann gehe ich zurück ins Baskenland. Bis dahin hab ich genug Zeit herauszufinden, was ich machen will. Ich interessiere mich für so viele Dinge. Hier habe ich endlich Zeit, mir selber richtig zuzuhören und dann eine Entscheidung zu treffen.”

Samstag

Samstag
“Wer ich bin? Puh, jetzt hast du mich eiskalt erwischt. Das ist gerade sehr schwer zu sagen, denn ich habe erst vor kurzem herausgefunden, dass ich zu den hochsensiblen gehöre. Wahrscheinlich kam es genau im richtigen Moment, wenn auch etwas spät. Die meisten entdecken das ja viel früher.

Früher hab ich mich öfter gefragt: “Warum passt du nicht in diese Welt?” Ich habe mir irgendwie eine eigene Welt gebaut – mit kreativem Schaffen und Kunst. Dort war ich frei. Aber es kamen natürlich immer wieder solche Gedanken auf wie “Ich will nicht empfindlich sein.” oder so Kommentare wie: “Jetzt hab dich doch nicht so.” Also hab ich mich etwas angepasst, war aber immer der Unangepasste.

Die Krux für mich ist meine Art der Wahrnehmung. Ich sehe ziemlich viel und kuck mir alles genau an. Das strengt oft an, weil es erst mal verarbeitet werden muss und das dauert. In unserer schnelllebigen Zeit ist es dann schwierig, zu sehen, dass das auch wertvoll ist, obwohl die meisten ja immer etwas viel schnelleres erwarten. 

Obwohl diese Wahrnehmung oft hinderlich ist, hat sie auch etwas Gutes. Aus ihr heraus entsteht freie Kreativität, gesammelte Eindrücke, die ich abbilde. Manche Leute erkennen darin etwas.

Das Problem ist, dass viele, die mehr oder intensiver wahrnehmen, immer wieder Neues anfangen und es nicht abschließen. Sie interessieren sich ständig für was Neues. So ist es mir oft mit der Kreativität gegangen. Da liegt unglaublich viel Potential brach. Jetzt will ich versuchen, durch ein besseres Selbstmanagement, diese unterschiedlichen Bereiche zusammen zu bringen. Bisher konnte ich mich immer nur auf eine Sache konzentrieren. Irgendwann laugt dich die intensive Auseinandersetzung mit nur einer Sache aus und du ziehst dich zurück in die Introvertiertheit.

Ich erkenne das alles erst jetzt, nachdem ich darüber gelesen habe. Seit dem kommen viele Erinnerungen hoch. Vieles, an das ich ewig nicht gedacht habe. Und jetzt sehe ich: “Das war damals so, weil ….” Ich könnte natürlich sagen, komm, ist doch egal, und mich einfach auf das Leben jetzt konzentrieren. Aber das ist nicht so einfach, denn ich vermute, dass da einiges unverarbeitet im Unterbewusstsein schlummert. Ich hab auf jeden Fall angefangen, über ein paar Sachen nachzudenken, z.B. auch über Liebesbeziehungen. Jetzt macht es plötzlich Sinn, warum manches so krass gelaufen ist. Einerseits hilft es, damit umzugehen, andererseits ist es ganz schön konfrontierend und aufrüttelnd.

Es reizt mich, zu gucken, was entsteht, wenn ich unterschiedliche Bereiche jetzt zusammen bringe. Gleichzeitig muss ich aber aufpassen, meine Sinne dabei nicht zu überreizen. Die Überreizung würde wieder dazu führen, dass ich mich zurückziehe und für andere nicht erreichbar bin – oder besser, nicht offen bin.

Dagegen fällt mit das Arbeiten mit Materialien leicht. Ich liebe Stahl, Holz, Beton. Wenn ich sie in der Hand habe, dann macht das was mit mir. So geht es mir auch mit alten Fahrrädern. Wenn ich einen handgefertigten Stahlrahmen in Händen halte, dann spüre ich, dass da mal jemand viel Liebe reingesteckt hat. Der Stahl erzählt mir seine Geschichte. Oder ich hab ein paar Holzbalken in der Werkstatt rumstehen, angeschwemmt von der Isar oder aus einem Abrisshaus geborgen. Die brauchten hundert Jahre, um zu wachsen. Die ganze Vielfalt von Eindrücken, die Vorstellung daran , was dieses Material erfahren hat, alles, was es verändert hat – das reizt mich und damit arbeite ich. Das genauer zu beschreiben würde allerdings viel zu lange dauern.

Meine Tochter hat vor kurzem mal einen schönen Kommentar auf Facebook geschrieben: “Ich finde toll, wie mein Papa mit Materialien umgeht und man weiss nie, was als nächstes kommt.” Ich hab fast Tränen in den Augen gehabt. Sie hat es gut getroffen und ich fand sehr spannend, dass sie das für sich so formuliert hat. Es war ihr wohl auch wichtig.”

Christopher Lewis hab ich im Impact Hub Munich getroffen. Er baut exklusive Fahrrad-Unikate aus Schrotträdern und gestaltet Objekte für den Wohnbereich aus historischen Baustoffen unter dem Label Samstag. Er schreibt so passend: „Verrückte Projekte verändern Leben!“

Yoga für alle

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“Ich erfinde Produkte und baue Marken auf. Dazu setze ich mich intensiv mit Dingen auseinander und überlegen mir, was die Menschen brauchen, wie man es für sie so machen kann, damit sie es leben können. Ich will Dinge einfacher machen, greifbarer. Ich finde es spannend, Menschen dazu zu ermutigen, mal auch was auszuprobieren. Ich will Dinge für sie zugänglicher und attraktiver zu machen.
Genauso habe ich auch den „FeetUp Trainer” erfunden. Ich war in einer Yoga Stunde und die Lehrerin hat gemeint, dass wir jetzt den Kopfstand lernen würden – offensichtlich der “Königsdisziplin” des Yoga. Und da standen dann alle, haben sich umgekuckt und haben sich nicht getraut. Also haben sie mit viel Umständen eine Konstruktion aus Matten und Stühlen und Polstern gebaut. Da kam mir die Idee, dass das doch einfacher gehen muss. Und so kam mir die Idee des FeetUp. Die Idee ist, Yoga für alle geil zu machen. Es ein bisschen zu entmystifizieren.

Ich bin stolz darauf, dass ich damit endlich alles unter einen Hut bekomme: ich hab ein cooles StartUp mit einer tollen Community drum herum, das endlich so da steht, wie ich es immer wollte. Ich kann meine Familie involvieren und Freunde anstellen, die auf ihrem Gebiet einfach die totalen Obercracks sind. Ich kann endlich meinen eigenen Weg gehen und weiterlaufen – völlig unabhängig davon, was andere sagen. Ich mag dieses deutsche Schissertum nicht. Ich fall lieber mal auf die Schnauze und steh dann auf und lauf weiter. Wichtig ist, dass man davon was gelernt hat, aber man muss sich einfach Dinge trauen und bei mir hat es super funktioniert. Und ich hab noch mindestens 10 andere Ideen, die nur darauf warten, auch noch umgesetzt zu werden.

Das einzige, was gerade deutlich zu kurz kommt, ist die Zeit in der Werkstatt und das vermisse ich sehr. Mein Vater ist Schlossermeister und ich liebe es, wenn die Späne fliegen und ich ganz in diesem Moment aufgehen kann. Das kann ich auch in anderen Momenten, wenn ich am Rechner sitze, aber dieses körperliche Arbeiten ist einfach besonders.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann würde ich gerne mit Arnold Schwarzenegger mal einen saufen gehen. Warum? Weil er einfach der Chef ist!”

Dankbar

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“Ich bin ziemlich stolz darauf, was wir im letzten Jahr geschafft haben. Ich selber habe nicht gegründet, weil ich unbedingt etwas gründen wollte, sondern weil die Idee von RECUP einfach so gut war und alles so gut gelaufen ist. Es ist halt einfach so passiert und ich möchte das unbedingt weitertreiben: es noch größer und noch erfolgreicher machen. Mit einem simplen, aber super sinnvollen Produkt haben wir tolle, hoch motivierte Leute zusammengebracht. Es macht so viel Spaß und ich bin wirklich stolz darauf.

Ich vesuche dabei, immer dankbar zu bleiben. Dazu nehme ich mich immer mal wieder aus den Situationen raus und betrachte sie von außen. Ich versuche mir bewusst zu werden, was da gerade passiert. Erst vor kurzem war das auf einem Team-Event so: das ganze Team hat gefeiert und getanzt und ich saß irgendwann mal kurz ein wenig abseits. Es war ein großartiger Moment, einfach allen zu zu sehen, wie sie Spaß haben. In dem Moment war ich einfach dankbar. Dankbar, dass ich so viele tolle Momente erleben darf.

Ich glaube daran, dass das irgendwie von oben gesteuert wird. Was immer das auch ist, ob es Kräfte oder Energien sind. Aber irgendetwas gibt es.

Mir hat mal jemand gesagt, dass es vielleicht mein Vater ist, der da seine Finger im Spiel hat oder seine Energien fließen lässt. Ich hab sehr viel von ihm: nicht nur seine Körpergröße, sondern auch viele Wesenszüge. Er hat seinen Job gemacht, um für die Familie zu sorgen, aber war immer sozial engangiert. So lang ich denken kann, war er im Elternbeirat und solche Sachen. Meinen Vater war immer mein Vorbild – eigentlich sogar mein einziges.”

Schlicht, funktional, schön

“Ich liebe, was ich hier tue. Gestaltet habe ich schon immer gerne, aber jetzt bin ich wirklich dort angekommen, wo ich hingehöre. Dabei habe ich eher aus einer „Notlage“ heraus angefangen, Taschen zu entwerfen und zu nähen. Ich lebte damals in New York und konnte es kaum fassen, dass ich in dieser Stadt keine Ledertasche finden konnte, die meinen Vorstellungen entsprach.
Mein Hintergrund in der Architektur beeinflusst, glaube ich, sehr, wie ich in meiner jetzigen Arbeit an die Dinge herangehe. Als Architekt versuchst du immer, die Dinge möglichst einfach und schlicht aussehen zu lassen. Die Gebäude, die nachher so schön minimalistisch daher kommen, in denen steckt die meiste Detailarbeit. Übersetzt ins Taschendesign heißt das für mich, immer abzufragen, was konstruktiv sein muss und wo ich noch reduzieren kann. Zierelemente gibt es nie, die finde ich völlig überflüssig. Dafür geht es mir um Funktion, perfekte Proportionen und nachhaltige Materialien. Ich finde das höchst spannend und freue mich jeden Tag, dass ich mich damit befassen darf. Die handwerkliche Arbeit ist dabei ein wichtiger Teil. Bis auf eine Ausnahme, produziere ich jedes der Modelle in meinem Atelier selber. Ich genieße es sehr, mit den Händen zu arbeiten – für mich ist das fast eine Art Meditation.”

Kathrin

Du hast erzählt, dass du auch mal Krisen hattest. Dass du auch einige Fehler gemacht hast. Wenn du zurückblickst und dir von vor 5 Jahren jetzt gegenübersitzen würdest: was würdest du dir raten?

“Die letzten Jahre waren eine emotionale Achterbahnfahrt. Nicht nur einmal war ich an dem Punkt, an dem ich kurz davor war, alles hinzuschmeißen. Und dann ist jedesmal irgendetwas positives passiert und mir war wieder klar, dass ich nicht einfach aufhören kann. Trotz aller Krisen und Zweifel, hatte ich doch auch immer den Verdacht, dass sich alles irgendwann auszahlen würde.
Im Nachhinein würde ich mir wahrscheinlich hauptsächlich raten, geduldiger zu sein. Den vielbesagten „langen Atem“ braucht man mehr, als man anfänglich denkt. Ein paar Fehler habe ich natürlich auch gemacht, das gehört dazu. Letztlich hatte aber sicher alles seinen Sinn und auch seine Zeit. Hätte ich z.B. von Anfang einen Laden am Gärtnerplatz gehabt, hätte mich das sicher total überfordert.”

Und wenn du jetzt einen Wunsch frei hättest?

“Vielleicht würde ich mir wünschen, die Zeit ein bisschen anhalten zu können um alles aufzusaugen, was ist. Im Prinzip ist alles so gekommen, wie ich es immer wollte. Ich fühle mich zum ersten Mal nicht mehr so getrieben und das geniesse ich in vollen Zügen.”

 

 

 

 

 

Osteopathie für die Seele

Joe

„Ich bin ein Unikum. Ich bin anders. Ich mache Sachen, die wenig andere Leute machen und habe einfach eine andere Sicht auf die Menschen. Das hat natürlich viel mit dem zu tun, was ich lernen durfte. Vor allem in der letzten Zeit. Ich bin nämlich Evolutionspädagoge. Ja, ich weiß, das kennt eigentlich keiner, ist aber für mich eine unglaublich tolle Art, Menschen zu helfen.

Ich arbeite sowohl mit Kindern, aber auch sehr viel mit Erwachsenen und ich finde es einfach phänomenal, denn es verändert direkt das Mindset, ohne dass ich lang reden oder analysieren muss. Bei mir gehen die Leute mit einem faszinierten, irritierten Grinsen im Gesicht raus und fragen sich: „Was ist da jetzt gerade passiert? Und wie ist es passiert?“ – und das ist toll.

Ganz konkret läuft das so ab: du kommst und erzählst, welches Thema du hast, das dich stresst, nervt oder bei dem du nicht weiter weißt. Dann schauen wir, wie ich dir mit meinen Werkzeugen helfen kann. Und dann machen wir z.B. eine Bewegung. Eine möglicherweise einfache Bewegung, die aber einen großen Unterschied machen wird. Eine Bewegung deshalb, weil man über die Bewegung Hirnvernetzungen schnell und einfach reaktivieren kann, die aufgrund von bestimmten Erfahrungen abgeschaltet worden sind. Klingt spannend und ist es auch.

Vielleicht zum Verständnis: man muss es sich so vorstellen, dass man als Mensch im ersten Jahr unendlich viele Hirnvernetzungen bildet. In den darauffolgenden Jahren bildet man dann in diesem Netz aufgrund von Erfahrungen Muster. In diesen Jahren der Musterbildung probiert man alles aus und checkt in jeder Situation, ob etwas funktioniert oder nicht. Funktioniert etwas, dann wird es stabilisiert, und wenn etwas nicht funktioniert, dann wird es deaktiviert. Das geht recht schnell: 6 Mal in einer ähnlichen Situation die gleiche Erfahrung und du hast dein Muster gebildet, sagen die Hirnforscher und geben dazu ein schönes Beispiel: Ein Kind baut einen großen Turm. Der Papa kommt nach Hause und der Kleine läuft auf ihn zu und zeigt ganz stolz sein Werk. Der Vater schaut den Turm an und sagt: „Oh, schon ganz gut, aber ich zeig dir mal, wie es richtig geht.“ Der Junge hat damit gelernt, dass er nicht gut genug war. Wenn das Kind nun so eine ähnliche Situation 6 Mal erfährt, dann ist das Muster gebildet und das Kind hat gelernt: Das kann ich nicht gut genug. Und dieses Kind wird wohl kein Architekt mehr.

Das sind die Muster aus unserer Kindheit. Aber diese Muster helfen dir nicht unbedingt dein Leben als Erwachsener zu meistern. Jeder Input, der auf uns einströmt, wird von unserem Hirn – ohne dass du es merkst – vom emotionalen Zentrum bewertet nach dem Schema: kenn ich, hatte ich schon mal, war ok oder nicht ok. Und Dinge, die mit schlechten Erfahrungen in Verbindung gebracht werden, dienen sofort als Trigger: ich bekomme Stress, schweißnasse Hände, werde nervös, laut oder ganz still oder gerate sonst irgendwie emotional aus dem Gleichgewicht. Aber dieses emotionale Zentrum triggert nicht nur emotionale Reaktionen, sondern gibt über verschiedene Rückkopplungsprozesse letztlich auch jede Bewegung „frei“. Das heisst es gibt also keine Bewegung, die frei von Emotionen ist. Und da setzt diese Methode eben an.
Der Umkehrschluss ist nämlich: durch die Muskelimpulse der Bewegung geben wir eine Rückkopplung ans Hirn. Dazu finden wir an Hand deiner Stress-Situation die Bewegung, die einen Unterschied bei dir macht. Diese Bewegung ist vielleicht eine ganz einfache Bewegung, die dir im Normal ganz einfach von der Hand gehen würde. Wenn du aber Stress hast, kannst du diese Bewegung nicht richtig ausführen.  In dem Moment, in dem wir diese Bewegung „frei kriegen“, in dem ich dir helfe, diese Bewegung im Zusammenhang mit dieser Stres-Situation auszuführen, ändert sich was in deinem Hirn. Und auch deine Sicht auf die Situation: der Stress lässt nach und du kommst besser damit klar.

Dabei ist das keine esoterische oder psychologische Arbeit, sondern wirklich eine physikalische Arbeit. Ich sage gern, es ist wie Osteopathie für die Seele.  Und das Schönste daran ist, dass man kein Seelenstriptease oder so was machen muss. Es ist eine so unglaublich achtsame Arbeit, denn wir müssen gar nicht viel wissen. Alles was es braucht, ist die Situation, die stresst oder in der ich mich gern anders verhalten will.

Durch diese Arbeit bleibst du einfach handlungsfähig und gehst nicht gleich in Alarmstellung oder Abwehrhaltung. Du bist nicht mehr so schnell emotional getriggert, sondern bleibst länger gelassen und mental stark, weil’s dich einfach nicht mehr so stresst. Du hast einfach alles zur Verfügung, was du hast. Und das ist eine so erfüllende und großartige Arbeit. Einfach wundervoll!”

Polarstern

Simon Polarstern

“Aus meinem Geographiestudium heraus hat sich das Thema Nachhaltigkeit nach und nach in mein Leben „geschlichen“. Inzwischen hat es sich auf viele Lebensbereiche ausgedehnt: z. B. welche Lebensmittel ich kaufe. Dass ich versuche, auf Plastikverpackungen zu verzichten, bei welcher Bank ich bin und welche Klamotten ich für meine Kinder und mich kaufe. Und mein Fahrrad ist mein Lieblingsverkehrsmittel.
Dabei verbiege ich mich aber auch nicht. Denn mich nervt, dass das Thema Nachhaltigkeit oft so verbissen und mit Zeigefinger angegangen wird. Für mich muss sowas Spaß machen und aus der Überzeugung kommen. Da hilft der Zeigefinger wenig, sondern schreckt eher ab. Ich will lieber an Positives denken und nach vorne blicken. Und auch ab und zu mal eine Leberkassemmel essen. Es geht hier um Chancen und nicht darum, das Schlechte aufzuzeigen oder jemandem ein schlechtes Gewissen zu machen.

Ich denke, es würde schon viel bringen, wenn jeder Verbraucher konsequenter umsetzen würde, was er eigentlich gut findet. Es geht nicht darum, dass jeder alles perfekt macht. Aber es würde schon mal helfen, wenn sich mehr Leute damit auseinandersetzen, was sie durch ihren Konsum auslösen und unterstützen – oder eben nicht, und sie Dinge hinterfragen. Dann werden sie sich auch schnell die Frage stellen, ob es Sinn macht, Bio-Lebensmittel bei Aldi zu kaufen. Oder Ökostrom von einem Stromdiscounter? Aber macht es Sinn „Ökostrom“ bei einem Diskounter zu kaufen, der sich sonst um das Thema Umweltschutz oder Nachhaltigkeit überhaupt nicht schert?
Wir leben in einer Welt, in der der Strom eine zentrale Rolle für uns spielt. Jeder kann das Gedankenspiel ja mal machen, was passiert wenn dir morgen jemand den Strom abdreht. Da kommen dann so spannende Fragen wie: Was mache ich denn mit meinen Lebensmitteln im Sommer ohne Kühlschrank? Wie halte ich mein Smartphone in Gang? Und wer macht den Abwasch, wenn die Spülmaschine nicht mehr geht?
Aber wenn der Strom für uns alle so wichtig ist, warum interessiert es dann keinen, wie dieser Strom erzeugt wird?

Ich weiß nicht, ob ich selbst ein Idealist bin. Ich bin auf keinen Fall ein naiver Weltverbesserer. Wenn aber Idealist bedeutet, dass man Dinge macht, von denen man überzeugt ist und dabei erstmal nicht darauf achtet, welche Belohnung einen erwartet, dann wahrscheinlich ja. Ich bin einfach zu tiefst davon überzeugt, dass wir mit Polarstern etwas bewegen können und meine Energie dort bestens investiert ist. Ich bin beruflich genau da, wo ich sein will: Ich kann genauso sein, wie ich sein will. Ich baue etwas Großartiges auf und kann zusammen mit meinem tollen Team etwas vorantreiben, was mir wirklich wichtig ist. Das macht einfach richtig Spaß!”

Das ganze Interview von Simon von Polarstern findest du auf Munich Mag. Dort erklärt Simon auch ganz eindrücklich, was sich eigentlich verändert, wenn man zu einem Ökostrom-Anbieter wechselt bzw. welchen Unterschied das macht.

Polarstern macht übrigens eine ganz spannende Veranstaltung morgen:

Ich selber hab übrigens auch zu denen gewechselt – aber erst nach dem Gespräch, weil er mich wirklich überzeugt hat und ich mir erhoffe, so wirklich einen Unterschied machen zu können.

 

Hard work

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“I really, really hope that everything turns out to be appreciated. It do so much right now: I work, I am in school and have to finish my paper soon – which is already delayed a lot –  I am taking care of the flat and everything. I have a very supportive boss and everything. So I hope that everything will turn out to be worth it.”

Happy Birthday

Happy Birthday

“Wir haben gerade ganz frisch ein Haus gekauft, das noch von 1934 ist. Die Nachbarn hatten wohl die Sorge, dass da jetzt ein großes, mehrstöckiges Haus hinkommt. Aber wir haben uns entschieden, es komplett zu erhalten und es britisch- skandinavisch herzurichten. Es ist ein Kaffeemühlenhaus und hat damit einen quadratischen Grundriss und erinnert an eine Kaffeemühle. Es ist zwar viel Arbeit und sicher auch eine finanzielle Frage, aber ich freue mich sehr darauf. Es ist eine schöne, kreative Arbeit.

Und ich vertrete hier eine schöne dänisch Kindermodenmarke namens Pompdelux.  Das ist wirklich schön, denn so finde ich auch Anschluss an viele Familien. Wir sind nämlich erst vor einem Jahr hierher gezogen.

Ich hab heute Geburtstag und wir kommen gerade vom Brunchen – dem neuen Essen gehen, wenn man Kinder hat. Das Foto ist gut geworden – mit Falten und allem. Freundinnen von mir machen immer Filter drauf, damit man die Falten nicht mehr sieht. Das finde ich sehr schade, denn dann geht der Charakter auf dem Bild total verloren. Ich steh dazu. Mir gefällt das. ”

Noch mal alles Liebe zum Geburtstag, liebe Victoria!!

 

Barkeeper

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“Ich bin Barkeeper. Für mich ist das eine wirkliche Leidenschaft. Früher war ich in Geographie so schlecht und jetzt kenne ich mich wirklich gut aus, weil ich immer wissen will, woher die Spirituosen herkommen, die ich verwende. Ich liebe die Kreativität beim Mixen und ich mag es, die Geschichten und die Kultur dazu zu studieren. Zum Beispiel gibt es Städte, in der es die Menschen lieber fruchtig mögen und ander Städte, in denen sie die Cocktails lieber sauer mögen. Das alles strahlt eine Faszination für mich aus.”

Stark

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“Ich hab eigentlich immer alles alleine gemacht. Ich hatte nie jemanden, der mich unterstützen konnte. Dadurch mach ich aber auch echt alles – sogar die Homepage hab ich alleine gemacht. Das prägt schon ganz schön. Man spürt das wohl auch daran, dass ich so bestimmte Leute aus der Muttersöhnchen-Fraktion echt nicht abhaben kann. Und ich finde es echt schwer zu ertragen, wenn jemand die Wertikgeit von Dingen nicht wertschätzt. Da werde ich zur Furie.

Aber gerade weil ich immer alles alleine mache, weil ich immer auf mich gestellt war,  bin ich auch echt ein bisschen stolz darauf, was ich mir damit alles aufgebaut habe. Den Laden habe ich jetzt seit 4 Jahren – wir hatten gerade Jubiläum – und ich weiss: das hab ich mir alles alleine aufgebaut.”

Der Laden ist übrigens ein Friseurladen am Röcklplatz und diese Dame hat endlich mal Ahnung, wie man dem Kunden nett und doch bestimmt sagt, was ihnen steht oder nicht. Checkt einfach mal die Website oder die Facebook-Seite

New York

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“Wir sind gerade hier auf Heimaturlaub. Ich bin zwar hier in München geboren und aufgewachsen, aber seit 18 Jahren lebe ich in New York. Ich betreibe dort eine Website für deutsche Familien in New York und Umgebung: CityKinder. Auf der Seite findet eigentlich jeder die Informationen, die man so braucht, wenn man nach New York zieht bzw. dort Fuss fassen möchte. Aber es geht nicht nur um Informationen, sondern auch um die Community außen rum: wir feiern die deutschen Feiertage gemeinsam und haben auch sonst viele Veranstaltungen und Informations-Workshops, wo sich jeder austauschen kann und andere Leute in einer ähnlichen Situation treffen kann. Die Ausflugs-Informationen in New York sind genauso auch für Leute interessant, die einfach nur nach New York zu Besuch kommen.

Was mich an New York so fasziniert ist die kulturelle Mischung und dass du in New York immer jemand findest, der sich auch für das interessiert, was du spannend findest. Und sei es der durchgeknallteste Fetisch: in New York findest du sicher noch jemanden mit dem gleichen Splean. Das ist in der Hinsicht spannend, das man sich in New York eigentlich selber finden kann.

Die Downside von New York ist natürlich, dass es wirklich, wirklich, wirklich teuer ist und sich daher auch alles ums Geld dreht. Daher vermiete ich z.B. oft auch über airbnb. Was Geld in die Kasse spült – vor allem weil wir gleich ein paar Schritte vom Central Park und in der Nähe des American Museum of Natural History wohnen.

Was ich in New York vermiss sind die Brezen und die Familie. Aber zurückkommen? Das kann ich mir zumindest in den nächsten 10 Jahren überhaupt nicht vorstellen. Dazu habe ich mir gerade mit CityKinder einfach zu viel aufgebaut und wir sind zu verwurzelt dort. Wir sind sehr glücklich dort.

Ich glaube, dass ich auch nicht mehr in einen normalen Job zurückgehen könnte. Einerseits sicher weil ich gerne mehr als 2 Wochen Urlaub im Jahr hätte und vor allem, weil ich mir die Zeit gerne einteilen möchte, damit ich für meine Tochter da sein kann. Und andererseits macht mir das auch so viel Spaß: jeden Tag ist was Neues, es wird nie langweilig und ich kann Menschen verbinden. Das ist einfach mein Traum! Wenn ich mir noch was wünschen müsste, dann wäre das natürlich, dass CityKinder weiter wächst und ich weiterhin für meine Tochter da sein kann.”