Icecream and Schnitzelsemmel

Ich bin freischaffender Künstler. Ich habe Grafitti-Vergangenheit. In meiner Kunst geht es jetzt inzwischen um die Ikonisierung von Alltagsgegenständen. Sehr viel Food, gerne Junk-Food, Süßigkeiten, Ice Cream und derart. Zum Beispiel hängt in dieser Austellung hier ein „in and out Burger“, den ich in LA gegessen habe. Oder ein „Raketen-Eis“, das zu meiner Kindheit in den 80er Jahren in Deutschland mal gelaufen ist und in der Schweiz auch immer noch am Kiosk verkauft wird. Oder eben eine „Schnitzel-Semmel“ oder eine riesige „DiscoKugel“ auf einer Ameise – ein letztes Foto aus unserem ehemaligen Atelier Gebäude MMA. Ich verbrate also so ein bisschen auch meinen Alltag.

Graffiti ist ja eine schnelle Geschichte. Deshalb verwende ich immer noch gerne die Sprühdosen – jetzt eher mit Stencils. Das heisst, ich schneide für jede Farbe eine eigene Schablone und dann wird das gesprüht. Je nach Aufwand der Schablonen entsteht so recht schnell ein Bild, oder auch mehrere des gleichen Motivs die sich in ihrer Farbgebung unterscheiden können. Eine Serie also.

Mit den Sprühdosen habe ich die Möglichkeit viel mit kräftigen Farben, mit Glitzer, Neon oder Glow in the dark zu arbeiten. Ich liebe Crazy Colors : ) Der Rest ist frei nach Andy Warhol: Male das, was du gern magst. Er ist so mit Dollar-Noten und Campbell Suppen berühmt geworden und ich male halt gerne Ice Cream und Schnitzel-Semmel. Es macht mir tatsächlich riesen Freude, Gegenstände die eigentlich ganz alltäglich sind, ins Rampenlicht zu rücken. Ich finde Alltägliches also inspirierend.

Ich bin ein Einhorn. Es heisst ja nur 1-3 Prozent der Künstler können von ihrer Tätigkeit leben und ich gehöre zu diesen wenigen. In München kenne ich vielleicht noch eine Hand voll, die in einer ähnlichen Situation sind. Der Rest hat noch einen anderen Job, der meistens weniger als mehr mit Kunst zu tun hat. Der große Unterschied ist wahrscheinlich, dass es mir wirklich wichtig ist mich selbst zu positionieren und das verkaufen bzw. Geld an und für sich nicht negativ stigmatisiert habe. Wenn alle sagen „Kunst ist Brotlos“ mach ich halt einfach nicht mit.

Von zu Hause aus habe ich immer mitbekommen, dass Kunst gut ist und daher auch eine gewisse Förderung erfahren. Alleine schon dass meine Eltern mein Interesse grundsätzlich nie in Frage gestellt haben. Mit 15 hab ich ja schon angefangen, Graffiti zu malen und hab da auch gleich schon mit Aufträgen erstes Geld verdient. Da musste ich also nie mit meinen Eltern kämpfen, dass das nur ein „Hobby“ ist und der Bub wird schon noch vernünftig werden. Das fördert einfach schon mal ein grundsätzliches Selbstbewusstsein. Von meinem Opa hab ich dann vermutlich noch den Geschäftssinn geerbt. Es ist für mich nicht verwerflich, meine Arbeiten zu verkaufen und mich als Character authentisch zu inszenieren. Kommt dazu, dass ich auch professionell Musik gemacht und dadurch kein Problem in der Interaktion mit Menschen habe. Aufmerksamkeit macht mir nichts aus. All das sind aber Fähigkeiten die jeder lernen kann.

Ich glaube, ich hab mich auch nie zu krass auf diese Anti-Kapitalismus-Kritik eingelassen, also mich in einer Art (bequeme) Opferrolle begeben. Ich sehe dieses System (Leistung in Geld tauschen / Dein Kapital als Möglichkeit für dich) ganz klar als Chance, dass ich mein Leben Selbstbestimmt und Eigenverantwortlich gestalte. Nur ich selbst bin mein Limit. Dadurch fühle ich mich sehr frei in meiner Existenz. Bis dahin das ich kein Auftragsmaler mehr bin, sondern das produziere was ich will. So kann ich meinen privaten Anarchismus, meine eigene Leitkultur leben. Ich halte mich an ein gesellschaftliches, soziales Miteinander– dazu gehört auch Steuern zahlen, was jeden einzelnen von uns eine funktionierende Infrastruktur garantiert – aber ansonsten bin ich in der Gestaltung meines Lebens völlig frei. Das ist eigentlich die Maximale Unabhängigkeit für mich. Und das ist für mich ein sehr hohes Gut.

Es gibt ja Hardliner, die sagen, dass Kunst, die verkauft wird, keine Kunst mehr ist. Ich sage allerdings, dass wir immer Anstrengungen unternehmen müssen um Essen und Unterkunft + X zu haben. Früher die Kartoffeln vom Feld auf den Tisch, heute Beschäftigung für Geld um Rechnungen zu bezahlen. Wir bauen halt nicht mehr die Kartoffeln selber im Garten an um uns zu versorgen. Zumindest ist das für mich persönlich nicht die bessere Alternative. Denn ich will ja als Tätigkeit nichts anbauen, sondern malen. Daher ist es für mich selbstverständlich, dass ich mit meiner Kunst auch mein Geld verdienen will. Die Doktrin „Künstler müssen leiden um zu schaffen“ ist unwahr und sollte man als aufstrebender Künstler ganz zu Beginn schon mal bewusst streichen. Solche Klischees verunsichern nur, auch lustig gemeint, und fördern im schlimmsten Fall nur die Bequemlichkeit eine andere Tätigkeit als Lebensinhalt zu akzeptieren.

Letztendlich ist es für mich persönlich unattraktiv, einen Job auf Anweisung anderer zu erfüllen, welcher dann oft auch noch schlecht bezahlt wird und mehr der Selbsterfüllung eines Chefs dient, der dann vielleicht auch noch Reich und Unabhängig damit wird. Dazu kommt das derart gestaltete Betätigung nichts mit mir und meinen Interessen zu tun haben. Ich will Ich sein und tun. Das war für mich aber schon eine sehr frühe Entscheidung – nämlich mit 15.

Selbstbestimmt und eigenverantwortlich – das ist meine Definition von Freiheit. Das ich also das machen kann und mache, was ich für mich als Sinnvoll empfinde. Aber ich habe das Gefühl oft sind sich die Menschen nicht bewusst, dass das nur in einem so liberalen Land und Sozial-Marktwirtschaftlichem System geht, wie wir es in Deutschland haben. Wir brauchen nur andere Länder beobachten, was politisch gerade abgeht … es gibt immer mehr lauten Populismus, Fake News und Unterdrückung Andersdenkender also doch wirklich nicht so geil. Wir alle sollten immer versuchen es besser zu machen, auch in Deutschland. Unsere individuellen Unterschiedlichkeiten sind wertvoll, respektvoller Umgang miteinander, Chancengleichheit, Equal Pay, Gender, bedingungsloses Grundeinkommen, Inklusion, Hilfestellung für schwächere und so weiter. Ich bin überzeugt all das bringt uns weiter und ist je automatisierter, kommunikativer und erkenntnisreicher wir werden auch die einzige, logische Konsequenz in der menschlichen Entwicklung.

Im Gespräch mit Eliot hat er mir noch sehr viel mehr über sein Leben an sich und im speziellen als Künstler erzählt. Einen Teil davon möchte ich euch diesmal auch im Originalton mitgeben. Etwas unkonventionell beende ich also das geschriebene Interview mit diesem Soundfile hier:

Ich habe Eliot diesmal auf einer tollen Ausstellung im Kösk getroffen. Wenn ihr noch mehr über Eliot und seine Kunst erfahren wollt, dann checkt doch mal seine Website aus: https://www.eliot-the-super.de/

Donie The Dragon als Puppy

“Ich habe meinen Charakter selber gemacht – er gehört also nicht zu einer Serie oder so. Irgendwann habe ich einfach mal angefangen zu basteln – der Kopf ist zum Beispiel aus einer IKEA-Papiermaske passiert. Ich habe einfach angefangen zu bauen, hab nachgesehen, was ich noch im Schrank habe und worauf habe ich Bock habe. Eigentlich ist da sogar eine Lüftung drin aber ich habe die Batterien vergessen.

Dieser kleine Dämon ist seine fiktive Spezies. Das nennt sich “Masked Beast”. Aufgrund des Aussehens der Maske habe ich dann auch den Charakter dahinter modelliert. Sie spricht eigentlich nicht, sondern macht nur bestimmte Geräusche. Sie ist ein bisschen zurückhaltend. Sie ist klar darauf ausgelegt, dass sie alle niedlich finden.”

Songwriter

“Ich schreibe Songs und ich liebe es über alles. Noch bevor ich ein Instrument gelernt habe, habe ich mich immer hingesetzt und in den Songs verarbeitet, was mir passiert – statt Tagebuch sozusagen. Inzwischen habe ich Klavier gelernt und kann mich auch selber begleiten. Die Songs selber vorzutragen ist aber nicht so ganz mein Ding – zumindest nicht vor großem Publikum. In einem kleinen, intimen Rahmen macht es mir Spaß, aber vor einer Riesen-Menschenmenge könnte ich nicht auftreten. Dazu bin ich zu scheu.

Mein größter Wunsch wäre es, mal für jemand anderen einen Song zu schreiben. Viele Stars machen ja inzwischen Songwriter Camps, in denen dann die Songs entstehen. Mein absoluter Traum wäre es, für jemanden wie Adele zu so einem Camp eingeladen zu werden. Aber die großen Stars laden immer nur ihre vertrauten Songwriter ein. Da reinzukommen ist fast unmöglich. Aber irgendwann schaffe ich das schon. Und bis dahin schreibe ich einfach weiter, denn das alleine gibt mir ja schon so viel.”

Wer sich diese wundervolle Musik mal anhören möchte, hier entlang: www.soundcloud.com/missjohnny

Cosplay

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“Ich mag CosPlay so gerne, weil ich selber sehr viel im Künstlerischen unterwegs bin und Make Up sehr gerne mag. CosPlay kommt ja von “Costume” und “Play” und ich schlüpfe dabei komplett in eine andere Rolle. Ich verwandel mich in eine Figur und die meisten Leute, würden mich so wahrscheinlich gar nicht erkennen. Besonders spannend dabei finde ich, dass ich dabei irgendwie viel selbstbewusster bin und zum Beispiel ganz anders auf Leute zu gehen kann.

Gerade bin ich auf dem Weg zu eine Animexx Treffen – das ist eine kleine CosPlay Convention in Pasing, die jeden Monat stattindet. Sie fängt schon am frühen Nachmittag an und geht bis in die Nacht.”

Künstler

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“Endlich mal eine spannende Kombination aus traditioneller Tracht und guten Geschmack”, dachte ich als ich sie gesehen habe und habe dann prompt erst mal eine wunderschöne, alte Kamera von ihnen in die Hand gedrückt bekommen, um ein Foto zu machen. Denn ich habe ein echtes Künstlerpaar eingefangen:

Alina Oswald ist eine sehr spannende Künstlerin, die mit ihrer Fotografie nicht einfach das Offensichtliche einfangen möchte, sondern das, was eigentlich dahinter steckt: Emotionen und Gedanken. Mit ihrer Schwarz-Weiss-Fotografie und ihren Filmen möchte sie herausfinden, wie sehr die 2-Dimensionlität die 3-Dimensionalität beeinflussen kann. Schaut mal rein: https://alinacaraoswald.jimdo.com

Mario ist DJ und Producer, der mit musikalischen Reisen durch die facettenreiche Welt der elektronischen und experimentellen Tanzmusik die letzten Jahre in Clubs, auf Events und auf Parties die Crowd zum Tanzen und Feiern gebracht hat. Hört mal rein: https://soundcloud.com/hr-klotz oder checkt die nächsten Gigs aus: https://www.hrklotz.art/

Mission

Mission

“Ich bin Mama und studiere hier an der Akademie. Ich mache Filme und Installationen. Ich bin latent narzistisch, crazy as fuck, aber ich bin einfach so. Zum Beispiel hab ich mir gerade ein Tattoo wieder rausschneiden lassen und werde es hier auf der Jahresausstellung ausstellen. Ich komme aus einer anderen Welt und bin einfach anders. Inzwischen habe ich mich daran gewohnt, dass ich Schwierigkeiten habe, die anderen zu verstehen. Es kommt mir einfach so vor, als würden alle Chinesisch sprechen. Aber die Spiritualität hat mir  geholfen und ich habe beschlossen, ausschließlich nur noch Positives zu denken. Damit macht alles wieder Sinn.

Ich bin komplett davon überzeugt, dass ich weltberühmt werde. Dabei ist es mir total egal, ob ich reich damit werde, aber mir ist wichtig, dass ich den Menschen meine Message rüber bringen kann. Ich will, dass alle verstehen, dass wir uns gegen die Digitalisierung des Körpers nicht wehren können. Ich hab in meiner Hand einen Microchip und ich bin sicher, dass wir uns alle noch viel mehr elektronische Devices einbauen lassen werden. Es geht mir hier um eine Philosophie. Zum Beispiel, dass wir Organe austauschen lassen werden und so. Durch die Kunst möchte ich dazu anregen, dass man sich auch wissenschaftlich weiter damit auseinandersetzt.”

Die Jahresausstellung an der Akademie der bildenden Künste findet von 14.7. bis 22.7.2018 statt.

Regie

Regie

“Ich studiere Regie und gerade habe ich ein Stück gemacht, in dem es um Einsamkeit im Zeitalter der Digitalisierung geht. Es ist ein Ein-Mann-Stück – also ein langer Monolog –  und es geht  eigentlich um einen Mann, der sich ein Paket bestellt, weil er mit dem Postboten sprechen will. Ziemlich traurig eigentlich und das hat mich so an dem Stück gereizt.

Das Stück ist eigentlich aus den 90er Jahren und es war sehr spannend, das auf heute zu übertragen. Auf den digitale Aspekt bin ich gekommen, weil ich über “Custom Pornography” gelesen habe. Das sind maßgeschneiderte Pornos. Man kann sozusagen auf bestimmten online Platformen ein Screenplay vorgeben, wie man sich das vorstellt und wenn man bezahlt, dann filmt ein Adult Performer diesen Clip für dich nach deinen Vorgaben.

Zur Regie bin gekommen, weil ich es so spannend finde, mehr über Menschen zu erfahren: wie sie funktionieren, warum sie tun was sie tun, in dem man Figuren, Schauspieler oder ein Publikum beobachtet. Das ist auch in meinem privaten Leben so: ich kaufe zum Beispiel total gerne bei eBay Kleinanzeigen. Nicht nur, weil ich es schön finde, Gegenstände mit einer Geschichte um mich herum zu haben, sondern auch weil ich dann die Möglichkeit habe, beim Abholen, einen kleinen Einblick in die Wohnung zu bekommen und so zu sehen, wie dieser Mensch lebt. Das finde ich überaus spannend.”

Akademie

Akademie

“Ich habe meinen Master in Madrid gemacht und habe hier an der Akademie der Bildenden Künste noch mal 6 Jahre studiert. Die beiden Studiengänge könnte nicht unterschiedlicher sein: in Madrid war alles strukturiert und hier an der Akademie ist man komplett frei. Für mich war das perfekt: die Grundlagen habe ich in Spanien bekommen und hier konnte ich mich dann komplett entfalten und mich ganz auf meine Sachen konzentrieren. Ich kann mir vorstellen, dass es deutlich schwieriger ist, wenn man direkt an diese Akademie kommt. Mich hätte das überfordert – so ganz ohne Struktur – , wenn ich direkt vom Abi gekommen wäre. Aber so – mit der Vorbildung in Spanien – war es für mich super.

Ich finde München ist zu perfekt, zu aufgeräumt, die Leute zu wenig offen. Gerade war ich wieder in Brüssel und da liegt auch mal Müll rum und es alles kreativer. Hier ist alle zu geschleckt. Alles wird aufgeräumt. Gerade habe ich ein ganz wundervolles, kleines Atelier von der Stadt bekommen und werde deswegen noch hier bleiben. Danach zieht es mich weiter. Wohin weiss ich noch nicht.”

Dieses Portrait ist “anonym”, denn hier wird jeder so fotografiert, wie er sich wohl fühlt.

Miss Piggy

Miss Piggy

“Ich bin Transvestie-Künstler. Angefangen hat es vor 45 Jahren und seit 30 Jahren mache ich das jetzt als Beruf. Ich hab mir den Namen Miss Piggy sogar vor vielen Jahren patentieren lassen – das heisst ich bin die einzige Miss Piggy europaweit.

Aber der Weg zum Transvestie-Künstler ist kein leichter Weg. Man muss sich schon behaupten und einiges aushalten. Früher war es in der Tat deutlich schwieriger – ich musste mir viele blöde Sprüche und gemeine Wörter aushalten. Aber heutzutage ist es schon viel normaler geworden. Aber egal wie oder wann, man muss einfach selbstsicher im Leben stehen und grad raus gehen. Sich verstecken bringt einfach nichts. Wenn mir jemand dumm kommt, dann sag ich ihm meine Meinung.

Seit 8 Jahren habe ich in Erfurt eine Festanstellung, aber ich trete auch hier in München immer noch auf. Ab dem 19.11. mache ich jeden Sonntag mit ein paar anderen Künstlern eine tolle Show im Oberangertheater. Es geht darum, dass sich ein paar alternde Transvestie-Künstler jedes Jahr an einer Bar treffen und über dies und das quatschen. Es ist einiges improvisiert, aber auf jeden Fall immer sehr lustig. Ein bisschen Selbstironie muss sein.

Manchmal fragen mich die Leute, warum ich das mache. Ich antworte dann immer nur: schau es dir erst mal an und mach dir ein Bild davon, was ich mache. Erst dann kannst u wirklich wissen, von was du sprichst.”

Auch wenn er mir selber nicht mehr darüber erzählt hat als das, was hier steht, konnte ich nicht umhin noch ein bisschen mehr über ihn zu recherchieren. Was für eine tolle Begegnung – und danke für das liebe Gespräch!

Sueddeutsche.de

 

 

Blindfolded

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“Ich bin Künstler und mache hier eine Performance. Seit 7 Tagen lebe ich in der Akademie und seit dem habe ich auch diese Binde nicht mehr abgenommen. Die Idee ist es, dass mich die Besucher der Jahresausstellung mitnehmen und mir erzählen, was sie sehen. Ein Kunstwerk habe ich zum Beispiel dadurch schon 3 Mal  beschrieben bekommen und es ist wirklich erstaunlich, dass jeder mir etwas anderes darüber erzählt.

Durch das nichts sehen können, wird einem wirklich bewusst, wie sehr wir vom visuellen Sehen abhängen. Besonders spannend finde ich, dass Distanzen, die für uns vorher selbstverständlich waren, sich ohne Sehen komplett verändern. Zum Beispiel eimpfinden wir Wege, die einem vorher kurz vorgekommen sind, blind auf einmal viel länger. Und die anderen Sinne wie Hören, Riechen und Tasten werden natürlich sehr viel schärfer.

Heute ist mein letzter Tag in der Performance. Ich habe die Gespräche aufgezeichnet und Logbuch darüber geführt. Vielleicht mache ich ein Buch daraus.”

Boxtape

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Vor dem Gasteig steht gerade eine riesige Installation aus einem Metallgerüst mit viel Plastiktape darin als Netz verwickelt. Ich habe den Künstler Jeremy Gordaneer zufällig getroffen, als er gerade ein Interview für M94,5, das Studentenradio, gegeben hat.

“Wir haben diese Installation schon ein paar Mal gemacht, aber das ist das erste Mal, dass wir es draußen machen. Mein Partner ist Tänzer und ich bin Visual Artist und so schaffen wir zusammen etwas, was irgendwo zwischen Performance und Skulptur liegt. Wir haben jetzt ungefährt zwei Tage daran gearbeitet und in den nächsten zwei Wochen wird es sich weiter entwickeln. Wir werden das Netz an Tape weiter ausweiten und wir werden auch andere Leute bitten, mit zu machen. Zum Schluss wird es ein riesiges Netz sein, in das jeder reinklettern kann. Das spannende daran wird sein, wie es sich anfühlt in dem Netz:  wenn man an einer Ecke ist und sich bewegt, dann spürt das auch der andere an der anderen Seite. Oder wenn man auf einer höheren Ebene klettert, dann kann es sein, dass das jemand anderer unter dir spürt, weil der Boden nachgibt. Und darum geht es unter anderem: die Leute sollen ihren Körper spüren und sich überlegen, welche Auswirkungen ihr Handeln auf die Menschen um sie herum haben. ”


In front of the Gasteig there is a huge installation right now with a metal construction and a lot of plastic tape wrapped around like a web. We have met the artist Jeremy Gordaneer there just when he gave an interview with the student radio station M94,5.

“We had this installation already a few times but this is our very first time outside. My partner for this is a dancer and I am a visual artist and so we create something together which is something in between performance and sculpture. We have already worked on this for about 2 days and it will evolve for the next 2 weeks. We will spread the web more and we will ask people to help us with this. At the end it will be a huge web where you can climb into. The interesting part will be how it feels to be in this web: if you are in one corner and you move, the other person in the other corner will feel it as well. Or if you are in a higher level the one below you can feel this, too, because the level will give way a little bit. And this is what this is about in a way: people should feel their bodies and consider what consequences his movements have to the other people around him.”

#boxtape

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Kreaschief

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“Schade, gestern war ich als Alien verkleidet. Das war auch super cool. Aber wer ich bin? Ich bin Visual Designer und Maker, seit 2007 hier und komme eigentlich aus Kasachstan. Aufgewachsen in Zeiten von Tamagotchi, Spice Girls und Sega Mega Drive. Seit Ende 2015 arbeite ich als freiberuflicher Designer und Künstler in München. Neugierig zu sein bedeutet für mich, eine endlose Anzahl von Möglichkeiten zu erkunden. Illustration, Miniaturen, Fotografie, Mode – ich genieße es, mich mit allen diesen Themen zu beschäftigen!

Aber meine größte Passion sind Miniaturen u.A. Rucksäcke und Landschaften. Ich wollte immer bei Pixar oder Stop Motion Filmen Set Design machen und dafür hab ich mal Anfang 2015 angefangen, Miniatur-Rucksäcke zu kreieren.

In der Zeit wurde kreaschief als Label für kreative Produkte ins Leben gerufen. Seit 2018 ist der Fokus mehr auf „Wissen vermitteln“ gewechselt. Ich gebe Diorama-Modellbau Workshops. Bald wird es auch Zeichenworkshops geben. Ich freue mich sehr mit anderen Menschen meine Leidenschaft und Wissen zu teilen.”

Yelena habe ich auf dem Science & Fiction Festival getroffen.

Künstlerin

 

Artist.jpg“Ich bin Künstlerin: Schauspielerin, Burlesque-Tänzerin, Model in der Kunsszene. Allerdings trete ich derzeit nicht auf, sondern fokussiere meine Zeit, um ein Buch zu schreiben.”


“I am an artist: an actress, a Burlesque dancer, a model for the art scene. But currently I am not doing any gigs but focus my time to write a book.”

 

Singing

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“Ich bin Sängerin. Ich habe schon klassisches gemacht, Jazz, Musical, Modern, … alles. Aber seit ich ein Kind habe mache ich mehr Gesangsunterricht. Das passt einfach besser in mein Leben gerade. Die meisten Leute wollen Pop lernen.”

“I am a singer. I did classic, Jazz, musical, modern, … everything. But since I have a kid I am more a singing teacher. This just fits better in my life right now. Most people want to be taught how to sing pop now.”

Kunst

kunst

“Ich bin Künstler. Ich mache Holz- und Linolschnitt.  Gerade bin ich allerdings gerade auf dem Weg zu einem Holzbildhauerkurs, den mir meine Frau geschenkt hat. Das ist in sofern spannend, dass ich bisher immer nur 2D gemacht habe. Hochdruck ist eben nur 2D und jetzt versuche ich meinen Horizont mal zu erweitern und in 3D zu arbeiten. Man muss sich als Künstler immer wieder selber weiter treiben und und neue Perspektiven lernen.”

Seine Kunst is auch zu sehen auf www.joachimgraf.com


“I am an artist. I am doing woodprint and linoprint. Right now I am actually on my way for a course for wood sculpture – a present from my wife. This is interesting since I only worked two-dimensional so far. Printing is only 2D and now I will open my mind for working in 3D. As an artist you have to push yourself all the time and learn about different perspectives.”

Learn more about his art on www.joachimgraf.com

#portraitsofmunich #portraits #munich #humansofmunich

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Kunst und Umzug

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“Ich bin Künstler und mache alles um die darstellende Kunst. Hab auch schon als Schauspieler gearbeitet. Wahrscheinlich mache bald eine Ausstellung – vielleicht sogar hier im Sax. Mit meinem Sohn mach ich immer mal wieder Umzüge, um das nötige Geld reinzubekommen. Aber davon hab ich mich jetzt praktisch komplett zurückgezogen und wenn, dann verbinde ich es immer damit, in den Städten was anzusehen und mich inspirieren zu lassen.”

Ich hoffe, wir bekommen bald ein update wegen dieser Ausstellung!


“I am an artist and I am doing almost everything around performing arts. I even have been working as an actor. Most likely I will do an exhibition soon – perhaps even here in the Sax. Every now and then I am working as a mover with my son to get some money into the pockets. But I more or less stopped doing that and if there is a job I accept I always combine it to see the city and get some inspiration.”

I hope we will get an update when that exhibition will take place!

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The Jackson Twinz

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Was soll ich sagen: ich war kokmplett fasziniert von ihrem Stil und ihrer Coolness. Die Jackson Twinz pendeln zwischen Amerika, Asien, Deutschland, Frankreich hin und her und sind “recording artists”. Sie produzieren ihre eigene Musik und legen zum Beispiel auf der Silvester Party im Bayrischen Hof immer auf.

Gleich mal die Musik checken: z.B. auf Soundcloud


What shall I say: I was mesmerized by their style and coolness. Commuting between USA, Asia, Germany, France The Jackson Twinz are “recording artists” and produce their own music and are DJs for example for the New Years Eve’s Party in the Bayrischer Hof.

Just check out their music – for example on Soundcloud

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Camera on Camera

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Habt ihr schon mal versucht, von einem Fotografen ein Foto zu mahen? Gar nicht so leicht. Normalerwiese mögen die das nicht. Aber dieser junge Mann war so nett und freundlich! Danke noch mal. Vor allem lernt er erst seit 2,5 Jahren deutsch und hat unglaublich gut deutsch schon gesprochen!

“Ich komme aus Moskau und bin hier für ein paar Wochen. Ich möchte Kunst und Fotografie studieren.

Ich war jetzt schon 2-3 Mal in Berlin und wollte jetzt auch mal München ansehen. Ich mag München, aber ich mag Berlin lieber. München ist wie ein Stein. Alles ist sehr konzentriert in der Mitte und außenrum ist nichts mehr.

Aber die Deutsche Sprache ist schön. Ich mag sie viel lieber als Englisch. ”


 

Have you ever tried to take a picture of a photographer? It is not that easy usually. But with this young man it was. He was so friendly and patient with me! And even if he studied German only for 2,5 years, his German was very excellent!

“I am from Moscow. I want to be a photographer. I want to study art and photography.

I was in Berlin 2-3 times already but now I also wanted to see Munich.  I like Munich but I prefer Berlin. Munich is like a stone. Everything is completely concentrated in the very center and there is very little around it.

But I love the German language. I like it so much better than English!”

I never liked English very much. “

London fashion #2

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She looks like a model herself but she is actually a fashion designer. She calls it  “Reconstructed Up-cycled Womenswear” – I call it genial! She takes old suits, cleans them and then changes them in something completely new: a skirt, a dress, a top. I bought three pieces because they are so wonderful. If you want to have something special – you have to visit the Old Spitalfield Market and find her booth there.

 

 

Artist

DSC_0970.jpg“Dass ich Künstlerin werde, da bin ich mir sicher. Ich möchte aber vorher mein Abi noch machen und Geschichte studieren.”
Bei meinem Versuch, ein gutes Foto für meine Fotochallenge 11Wochen zu machen, hat sie mich einfach angesprochen und mir ein paar super gute Ideen gegeben. Sie hat ein tolles, künstlerisches Auge.


“I know I will be an artist. But I want to finish school first and study history.”
While I was trying to get a good shot for my photo challenge 11 Weeks she just approached me and gave me very good ideas how to do it. She had a very good eye for the scene.